Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Für alles was nicht direkt mit Distanzreiten zu tun hat

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florentinerin
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Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 04 20:49

Beitragvon florentinerin » Sonntag 4. August 2019, 20:49

Hallo,
ich schreibe hier mal aus dem -wütenden- Bauch heraus.
Gestern Abend haben meine Nachbarn -30 m entfernt von meinem Stall- wilde und laute Party gefeiert und um 23 Uhr Silvester vorgezogen. Raketen und Böller und diese Böllerbatterien. Die Knallerei ging 10 Minuten ungefähr. Danach extrem laute Musik und besoffenes Gejohle und Geschreie, bis das von der Polizei nachts um halbzwei beendet wurde.
Meine eine Stute fing 30 Minuten nach der Knallerei an zu koliken. Flehmen, nach Bauch treten, leichtes schwitzen, Atmung flach und zu schnell -60-, Puls knappe 50. Bauch hinten sehr hart, Darmgeräusche hinten links und Einspritzgeräusch verhalten.Tierarzt bekam ich in der Nacht keinen. Habe also die Stute betreut und behandelt sogut ich konnte und war bis morgens um fünf bei ihr in der Box. Das brauchte sie und tat ihr gut, wäre am liebsten auf den Arm gekommen.
Puls dann 45, Atmung knapp 40, geäppelt hat sie auch, aber weniger als sonst. Aber hat ja auch weniger bzw nicht gefressen....
Heute Mittag war Doc da.
Puls und Atmung immer noch leicht zu hoch, Darmgeräusche w.o. noch verhalten
Sie bekam Buscopan und Schmerzmittel und Kaschmieder.
Im Moment fühlt sie sich gut, aber Puls und Atmung sind noch einen kleinen Tick zu hoch, Darmgeräusche deutlich besser aber immer noch nicht ganz i.O.
Wenn das heute Abend nicht besser bzw gut wird, bringe ich sie in die Klinik.

Nun die Frage aller Fragen:
Ich bin sooo wütend, am liebsten würde ich die Bagage verprügeln, aber das darf Frau ja nicht...
Abgesehen davon, das meine Stute das körperlich nun aushalten und dadurch leiden muss und musste, kostet mich der Spaß Geld und ich hätte gestern und heute arbeiten müssen, was mich auch Geld kostet, denn ich bin beim Pferd geblieben statt dessen Futter zu verdienen.
Und hatte eine durchwachte Nacht, vielleicht nun noch eine und mehr.

Mein Rechtsempfinden sagt mir, das die durchgeknallten Nachbarn das zumindest bezahlen sollten.

Hatte jemand schon einmal einen ähnlichen Fall?

Die Stute ist übrigens ein Deutsches Reitpony, 25 Jahre alt und seeeehr konservativ, seit 1,5 Jahren bei mir, extrem personen- und ortsgebunden und leider nicht Silvestertauglich ( an Silvester wäre sie fast gestorben wegen der Knallerei meint meine Tierärztin ). Und sonst gesund und topfit.

Sorry für den Roman........

LG

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 06:58

Beitragvon Wurzl » Montag 5. August 2019, 06:58

Sauerei ....

Wenn du eine Rechtschutz-Versicherung hast, würde ich das über den Anwalt laufen lassen und ggf. Anzeige erstatten.
Auf jeden Fall lass dir ein Schreiben vom TA geben, dass der Bezug eindeutig war.
Folgende Benutzer bedankten sich beim Autor Wurzl für den Beitrag:
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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 09:21

Beitragvon veronika » Montag 5. August 2019, 09:21

Ich würde mal beim Ordnungsamt anrufen. Böllern ist nur ganz eingeschränkt um Sylvester erlaubt, ansonsten muss man eine Sonderregelung beim Ordnungsamt beantragen. Da drohen hohe Strafen. Als Beweis wird es auch ein Einsatzbericht der Polizei geben. Hilft dir zwar evtl nicht direkt. Kann aber auch die Nachbarn wach rütteln und eine Wiederholung verhindern

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 09:49

Beitragvon Sigrun » Montag 5. August 2019, 09:49

Unbedingt vom TA bescheinigen lassen, dass ein Zusammenhang besteht. Man bekommt nur Recht, wenn man es beweisen kann.
Dazu Beschwerde beim Ordnungsamt, unabhängig vom entstandenen Schaden.
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 10:16

Beitragvon schwalbe » Montag 5. August 2019, 10:16

wie geht es dem Pony?

Ich finde auch, dass das eine riesen Sauerei ist und würde das ganze auf jeden Fall zur Anzeige bringen, schon alleine um deutlich zu machen, dass das nicht toleriert wird. Eine Beratung bei einem Anwalt ist da sicher gut, ganz egal ob mit oder ohne Rechtschutzversicherung.

Schwierig wird es aber evtl mit den Beweisen werden. Da der Tierarzt erst am folgenden Mittag kam (bekommt man bei euch echt keinen Tierarzt bei Nacht? das ist übel), kann er schlecht belegen, dass es einen kausalen Zusammenhang gab. Er kann sich ja nur auf das berufen, was du ihm erzählst.
Ich meine damit nicht, dass es keinen Zusammenhang gibt, der ist ja ziemlich eindeutig. Aber hast du dafür vielleicht noch einen anderen Zeugen als einen, der erst stunden später dazu kam?

Ich hoffe, deinem Pony geht es besser. Was wirst du an Silvester mit ihr anstellen?

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 15:10

Beitragvon sundance » Montag 5. August 2019, 15:10

oh weh. Das ist ja übel......... dass Du stocksauer bist, glaube ich sofort! Mal abgesehen von der Sorge um Dein Pferd. Geht es dem Stütchen denn jetzt besser?

Allerdings, anders als meine Vorredner, würde ich persönlich nicht gleich nach "Anwalt" und "Ordnungsamt" schreien. Das Kind ist jetzt schon in den Brunnen gefallen und Deine Nachbarn haben vermutlich nicht in böser Absicht, wenngleich auch "unüberlegt" gehandelt. Ich setze immer erst einmal auf "persönliches Gespräch", "erklären" und um Verständnis bitten. Wenn DAS nicht fruchtet, dann kann ich immer noch rechtliche Schritte einleiten.

Du könntest in einem Gespräch Deine Punkte (TA-Kosten, Lohnausfall etc.pp.) auch anbringen und fragen, wie man damit umgehen/das lösen könnte.

Mal eine Frage (und die ist jetzt wirklich nicht böse gemeint, aber ich verstehe es halt nicht): warum bist Du nicht sofort rüber, als die Böllerei los ging, und hast 1.) danach gefragt, ob überhaupt eine Sondergenehmigung vorliegt und 2.) höflich darum gebeten, sofort damit aufzuhören weil das Leben Deiner Stute möglicherweise in Gefahr sein könnte?

Die von schwalbe angestrebte Frage nach der Beweislast hinsichtlich des kausalen Zusammenhangs wirst Du dir im Falle einer gerichtlichen Auseinandersetzung sehr sicher gefallen lassen müssen. Ist diese zweifelsfrei beweisbar? Wenn ja, dann könntest Du für den Fall der Fälle vor Gericht ziehen. Wenn nein, spare Dir Zeit, Kraft und Geld und hoffe auf die Einsicht der Nachbarn.

Alles Liebe!
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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 16:34

Beitragvon florentinerin » Montag 5. August 2019, 16:34

Danke für die Antworten!

- Der Stute geht es besser, aber ich bin mit den Darmgeräuschen noch nicht ganz zufrieden, also für mich noch keine Entwarnung. Puls und Atming sind wieder normal, sie brubbelt auch wieder und stänkert mit der anderen.

- Ich bin sofort rüber als geballert wurde, leider waren die alle sturzbetrunken und auf Krawall gebürstet, und da macht Reden keinen Sinn.

- Danach konnte ich keinen neuen Redeversuch starten, die haben das Haus neu und wohnen offenbar noch nicht dauerhaft hier. Ist jedenfalls seit Sonntag keiner da.

- Unser Ordnungsamt ist leider sehr lasch und nicht wirklich motiviert.

- Ich habe das Amt angeschrieben ( telefonisch waren die heute nicht erreichbar ) und gefragt, ob das Feuerwerk genehmigt war.

- Wenn ja, werde ich nochmal schreiben und fragen, wer den "Sachschaden" an meinem Paolinchen bezahlt, Amt als Genehmiger oder Nachbar als Ausführer.

- Außerdem werde ich die Anschrift des Verursachers erfragen, der ja irgendwo gemeldet sein muß. Ob ich dann rede oder nicht und gleich eine Schadenersatzrechnung stelle muss ich dann mal schauen.

- Der Tierarzt wird in die Rechnung schreiben " Kolik nach Feuwerk ", zu mehr ist er nicht bereit.

- Ich habe mich mittlerweile etwas abgeregt. Den Beweis, dass das Feuerwerk die Ursache war, werde ich nicht führen können und wahrscheinlich vor Gericht nur gewinnen können, wenn der Richter selbst Pferde hat...., aber ich kenne durchaus reitende Richter....., wenngleich ich darauf natürlich keinen Einfluß habe, wen ich bekomme, ist klar.

- ABER: Im Moment denke ich, dass ich, wenn ich zumindest so tue als würde ich das durchsetzen wollen, immerhin bei der anderen Seite eine gewisse Verunsicherung für die Zukunft erzeugen kann, damit man evtl. mal das Gerhirn einschaltet bevor man zu solchen Taten schreitet oder die genehmigt.

- Ob ich klage muss ich noch für mich entscheiden.

- Das ich Pferde habe wissen sowohl die Nachbarn, als auch das Amt.

- Nach § 23 oder 24 des ich glaube Sprengstoffgesetzes dürfte in unmittelbarer Nähe von Ställen überhaupt nicht geballert werden, weil das wegen Heu und Stroh besonders gefährdete Gebäude sind. Und ein solches Verbot beabsichtige ich von der Behörde für die Zukunft einzufordern, falls die das genehmigt hatten. ( vor längerer Zeit gab es hier öfter solche Genehmigungen, auch 50 m neben einem Storchennest mit Jungen drin, aber da hatte ich Paola noch nicht und meine andere Stute ist relativ schussfest)

- Zum nächsten Silvester: Ich habe noch keine Ahnung, wie ich das löse. Fest steht nur das -falls es nicht doch etwas gibt, womit ich sie 24 Stunden dauersedieren kann und sie damit dennoch trinken und fressen darf - Ideen dazu ?????- die Stute hier nicht sein darf dann. Es wird Silvester IMMER 30 Meter vor meinem Stall vom halben Dorf geballert. Letztes Jahr hatte ich wie immer extra Lärmschutz gebaut ( Westernpads vor alle Fenster, alle Lüftungsschlitze mit Altkleidern dicht gemacht, dicke Pferdecken vor die Türen, das nahm mindestens 50% der Geräusche weg ) und auch für Paolinchen Ohrstöpsel gebastelt - für die anderen hatte ich die aus den Vorjahren- , die bekam sie um kurz vor 12 ( hatten wir vorher geübt, hat sie toleriert ) und kurz vor der Hauptballerei gabe es dann lecker Mash. Klappte bei den anderen wunderbar, hat auch bei ihr ein Jahr davor geklappt, aber eben nicht letztes Silvester.

Hier war schon nachmittags um drei begonnen worden zu ballern, ich habe die Pferde wie Silvester immer um vier vorgezogen reingeholt in den lärmgeschützten Stall. Aber Paolinchen begann schon da , ab drei, zu schwitzen und zu zittern. Im Ergebnis hat die Stute von drei Uhr nachmittags an sich aufgeregt, es wurde immer mehr, gegen sechs bis zum nächsten Morgen um vier hat sie total gezittert und geschwitzt, ab 11 so sehr, dass sie von den Ohren bis zu den Fesseln so klatschnass war, als hätte man Eimer mit Wasser über sie geschüttet. Wir haben 10 Stunden lang versucht das Pferd zu beruhigen und ihr gut zuzureden -immerhin war sie noch einigermaßen und mit viel Vorsicht händelbar im Stall- und alle 15 Minuten eine neue trockene Abschwitzdecke raufgepackt und die anderen in den Trockner. Sedieren meinte der Tierarzt ginge nicht mehr, weil sie schon ab nachmittags zu aufgeregt war, also schon nachmittags ging es nicht mehr sagte er.

Und der Unterschied zwischen ihrem ersten , händelbaren, Silvester hier und dem zweiten katastrophalen war aus meiner Sicht, das ein anderer Nachbar, ca. 50 m von meinen Pferden entfernt, ab Oktober mindestens 4 x die Woche Silvester vorgezogen und geballert hat, mit massiven Böllern. Auch ungeachtet der eigenen Tiere, die es dort gab ( Hunde, Gänse, Hühner, Schafe ).

Da habe ich versucht zu reden, mehrfach, es fruchtete nicht. Ich habe mich ans Ordnungsamt gewandt, die erstmal nix gemacht haben, auch mehrfach. Als die tätig wurden sagte er, er war es nicht. Ich habe es auf Video aufgenommen und andere Nachbarn als Zeugen benannt, aber er behauptete weiter, er ist es nicht. Mir ging er aus dem Weg, ich kam nicht mehr zu einem Gespräch. Ein 19jähriger Bengel, der dann im Dezember doch tatsächlich zufällig Sonntags früh um 11 mit einer Bierflasche auf den Feldweg vor mir stand, da konnte er mir nicht mehr ausweichen.

Was ich ihm dann gesagt habe kann ich nicht schreiben, aber dann war Ruhe.

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 16:52

Beitragvon schwalbe » Montag 5. August 2019, 16:52

Vielleicht wäre ein Schusstraining sinnvoll? Ist ja auch kein Zustand, wenn das Pony jedes Jahr einen Nervenzusammenbruch hat. Es sind ja noch fast 5 Monate bis Silvester.

Aber das ändert natürlich nichts an der momentanen Rechtsfrage.

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 05 19:17

Beitragvon florentinerin » Montag 5. August 2019, 19:17

Silvestertraining hatte ich mal begonnen mit CD und den entsprechenden Geräuschen, aber wieder drangegeben.

Wenn es so leise war, dass ich es wirklich kaum hören konnte, wurde sie schon panisch.

Denke aber ich muss es einfach nochmal versuchen und länger dran bleiben mit Clickern evtl.

Wenn ich die Motorsäge oder -sense u.ä. anschmeiße, ist ihr das ziemlich egal. Es geht bei ihr wirklich um diese Silvesterböllergeräusche.

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 06 08:46

Beitragvon sundance » Dienstag 6. August 2019, 08:46

oha. Das klingt alles in allem ehrlich gesagt nicht sonderlich gut. Puh!? Die Frage ist halt: wenn die "so" drauf sind, was für Konsequenzen hat das dann, wenn Du rechtliche Schritte einleitest? Es klingt ja tw schon fast so, als machten die das absichtlich, um Dich zu provozieren?

Jeder hat ja irgendwie Rechte. Warum solltest Du das Recht haben, Pferde zu halten (die leider nicht böllerfest sind, aber dafür können Deine Nachbarn ja nix) und andere nicht, zu böllern (mit Genehmigung)? Ich könnte mir vorstellen, dass es wirklich schwierig werden wird, da etwas zu erreichen.

Also ich glaube, ich würde dennoch auf's Gespräch setzen, und zwar mit allen betroffenen Nachbarn. Wenn Du denen Deine Sorgen ruhig und sachlich erklärst und nett und höflich darum bittest, sie mögen unter dem Jahr nicht böllern bzw. Dich rechtzeitig vorher informieren (damit Du handeln kannst) und an Sylvester weit weg von Eurem Grundstück gehen, vll hast Du ja eine Chance????

Du solltest auch überlegen, ob es sinnvoll ist, da eine grds. Unterlassung zu erwirken, denn........ meine Idee, nachdem ich das hier alles so gelesen habe, ist, das Pferd vorsichtig zu desensibilisieren. Und das geht definitiv nur mit dem Angstauslöser, also dem Böller selbst. Decke Dich an Sylvester ein, erwirke eine Sonderregelung (gute Argumente hast Du ja) damit Du dein Pferd entsprechend trainieren kannst, und dann könntest Du mit gezieltem Training, welches Du sukzessive aufbaust (und das Verhalten der Stute gerne mit positiver Verstärkung, z.B. in Form von Clicker, bei Erfolg belohnst) das Jahr über üben. Ich sehe da ehrlich gesagt fast keine andere Möglichkeit!?

An Sylvester oder um Sylvester rum würde ich zwar nicht sedieren (das geht wegen fressen/trinken ja gar nicht), aber auf jeden Fall schon im Vorfeld + ein paar Tage danach etwas "für die Nerven" geben, die Ohrenstöpsel rein, den Stall abdichten so gut als möglich, ich glaube, sehr viel mehr kannst Du da nicht machen!?

Warum ist sie denn so fürchterlich ängstlich? Was ist da passiert?

Viel Erfolg!
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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 06 09:00

Beitragvon Motte » Dienstag 6. August 2019, 09:00

Ich würde sie umstellen kurz vor Silvester. Irgendwo ins nirgendwo mit einem Stallkumpel zusammen.
Mit dem Ritt auf einem Pferd borgen wir uns Freiheit.
Helen Thomson

Bild


Mottenpony: über 3000 km i.d.W. :D

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 06 09:57

Beitragvon polldi » Dienstag 6. August 2019, 09:57

Ein guter Freund von mir ist leider auch so ein Böllerliebhaber.

Zündete durchs ganze Jahr immer wieder Monster“polen“böller. Gern in Loch mit Steinplatten abgedeckt, die dabei lautstark gesprengt wurden.

Nebenan eine Wohnsiedlung. Zig Hundebesitzer, die völlig verzweifelt waren, zumal es nicht absehbar bei Feiern passierte, sondern rund um die Uhr mal zwischendurch.
Selbst mit Shetty zu Besuch ließ er sich das nicht nehmen, war kaum ein paar Meter entfernt, da erschütterte die Erde.
Unsäglich!

Nach 1-2 Jahren hatten die Anwohner die Schnauze voll und haben die Polizei gerufen.
Die direkt mit 4 Einsatzfahrzeugen auf den Hof rollte, sich wohl mit zig Leuten sofort nach dem Aussteigen auf dem Hof umsah und v.a. die ganze Familie incl. Kindern eingehend befragte.

Natürlich wollten weder Kinder noch Frau in „verpetzen“ - danach gabs aber Stunk und die Ansage, dass er das unterlassen soll, weil man nicht nochmal in die Situation gebracht werden möchte, für ihn zu lügen.
Seitdem ist Ruhe.

Die Polizei ist also durchaus der richtige Ansprechpartner.
Vor allem außerhalb der Ordnungsamtszeiten (kenne auch kein Amt, dass wirklich reagiert).

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 06 11:45

Beitragvon Loubonny » Dienstag 6. August 2019, 11:45

Es kommt immer mehr in Mode bei Feiern Raketen und Böller zu zünden. Mein Senior ist auf der Weide/Box völlig cool.
Nur bei Raketen reagiert er extrem. Mit dem Ordnungsamt habe ich die Absprache, mich zu informieren, wenn ein Termin genehmigt wird.
So kann ich die Ponys rechtzeitig von der Weide holen. Leider gibt es immer wieder Leute, die alles ignorieren.
Letztes Silvester habe ich die Ponys das erste mal bei einer Bekannten untergestellt. Dort ist es ruhig. Der Zeitaufwand mit dem Fahren hat sich gelohnt, endlich ein ruhiges und entspanntes Silvester.

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 06 19:45

Beitragvon GoFeivel » Dienstag 6. August 2019, 19:45

Vielleicht ist de Fliegenmütze "Wellington" von Kentucky etwas für euch?
Ansonsten könntest du auch mit Schüssler Salzen und/oder Bachblüten eine stabilere Mitte für sie herstellen...

Alles Gute für Euch!
So lange Menschen denken dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen dass Menschen nicht denken.

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Re: Silversterböllerei im Sommer und Kolik, Ideen ?

Aug 2019 07 08:09

Beitragvon Ikarus Sabasha » Mittwoch 7. August 2019, 08:09

Hallo,
Schon mal überlegt an Sylvester nicht in den Stall zu gehen und die Pferde zu beruhigen, sondern sie einfach in Ruhe lassen, kein Licht an, Heu und Wasser und vielleicht mal auf Abstand lauschen?
In solchen Situationen denke ich manchmal, was wäre jetzt passiert, wenn ich gar nicht da gewesen wäre, wenn ich auf Arbeit wäre oder so und niemand nach den Pferden gucken könnte. Sie hätten es wahrscheinlich überlebt und ich hätte womöglich noch nicht mal erfahren, das was los war.
VG