Knorpelschaden beim Reiter

Für alles was nicht direkt mit Distanzreiten zu tun hat

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Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 09:30

Beitragvon Fortissimo » Freitag 6. September 2019, 09:30

Mir wurde vor 2 Jahren ein Riesenzelltumor aus dem rechten Sprunggelenk entfernt. Damit auch die komplette Sehnenscheide. Der Tumor war mit 4,8 x 3,7 x 2,5 cm für das Sprunggelenk schon relativ groß. Aber gutartig. Jetzt hatte ich wieder massive Schmerzen im Gelenk und es wurde vermutet, dass sich der Tumor neu gebildet hat. Auf dem MRT Bild war davon aber nichts zu sehen. Dafür wurde eine Osteochondrosis dissecans tali diagnostiziert. Also eine Knochenauflösung mit evtl Knorpelschaden. Letzte Woche Donnerstag dann Arthroskopie des Sprunggelenks. Das ganze Gelenk war überzogen mit Verwachsungen, die bei Bewegung permanent eingeklemmt wurden. Der Knochen war ok, dafür war der alte Knorpel zerstört und es hatte sich ein Ersatzknorpel gebildet, der aber kaum Stabilität hat. Dazu habe ich ein Bassett-Liganom. Das soll eine Sehne sein, die wohl nicht jeder Mensch hat. Einige sagen, die habe keine Funktion. Aber sie war quer über den Verwachsungen, gespannt wie eine Klavierseite. Die Verwachsungen wurden gelöst, der Knorpel geglättet, ein Nerv "reserviert" und die Sehne eingekürzt. Jetzt muss ich noch knapp 2 Wochen auf Krücken laufen. Schmerzen habe ich fast keine.

Aber im Arztbericht steht, dass die Prognose nicht als positiv zu bewerten ist. Leider habe ich den Arztbericht erst erhalten, als der Professor schon weg war. Von negativer Prognose war da vorher nicht die Rede. Mein Hausarzt meint, dass sowohl die Verwachsungen wiederkommen können, als auch der Knorpelschaden Ausschlag für diese Prognose ist.

Stop-and-Go-Sportarten sollte ich nicht mehr ausüben. Ist Distanzsport eine Stop-and-Go-Sportart??
Was kann ich wegen des Knorpelschadens unternehmen? Orthese tragen? Physiotherapie? Irgendwelche Nahrungsergänzungsmittel?
Hat jemand Ideen, wie ich das Gelenk unterstützen kann? Der Schaden ist zwischen Sprungbein und Wadenbein.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 10:19

Beitragvon Sigrun » Freitag 6. September 2019, 10:19

Nachdem man mir im Frühjahr für mein Knie Röntgenklasse 3-4 , sprich Knorpel bald ganz weg, attestiert hat, habe ich beschlossen, dass Reiten und v.a. Distanzreiten keine Stop-and-Go-Sportart ist und bin froh, dass ich nicht mehr Joggen wollen muss *g*

Aber im Ernst: es ist ein Ausdauersport, bei dem die gleichmäßige Bewegung im Vordergrund steht und Du jederzeit die Belastung verändern kannst, indem Du Schritt gehst, falls es ziept. Inwieweit mein Knie mich auf Wettkämpfen einschränken würde, kann ich allerdings derzeit nicht beurteilen, da muss man sich eh herantasten. Aber eine Belastung, die es sowieso gewöhnt ist und bei der es normalerweise nicht muckt, sollte auch nicht schaden.

Mir wurde Glucosamin und MSM empfohlen, ärtzlicherseits eher zu Cortaflex (für Menschen) geraten. Da Letzteres das Zehnfache kostet und im Ausland bestellt werden muss, probier ich jetzt Gluco und MSM.

Gezielte Physiotherapie ist immer sinnvoll. Schwierig ist nur, einen guten Physio zu bekommen und noch viel, viel schwieriger ist es, die Übungen auch tatsächlich regelmäßig zu machen. 8)
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 12:05

Beitragvon Fortissimo » Freitag 6. September 2019, 12:05

Macht es Sinn, während des Reitens eine Orthese zu tragen? Von Bauerfeind gibt es die MalleoTrain, die ich die letzten Wochen vor der OP oft getragen habe. Ich hatte nur Bedenken, dass meine Bänder dadurch geschwächt werden.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 13:29

Beitragvon Leasusanne » Freitag 6. September 2019, 13:29

@Fortissimo: Du meinst bestimmt eine Kniebandage.
Eine Orthese ist ein Metall oder Kunsstoffgesrell, dass aussen ans Bein geschnallt wird.

Ich reite nach massivstem Knieschaden niemals ohne Kniebandage. Ich habe die Genu Train, metallverstärkt. Das geht super. Wenn du viel mit Knieschluss reiten musst drückt es schon. Bei LDR hast Du dann einen fetten blauen Fleck.
Bänder schwächen, da mache ich mir gar keine Gedanken. Ich kann ohne nicht reiten. Trage die aber such nur zum Reiten und Bergwandern, sonst nicht.
Mit Metall - Orthese kann man auch reiten, habe ich drei Jahre gemacht. Ist nicht lustig, aber geht. Wenn man weiß, wo man die Schwämmchen zur Unterlage drunter stopfen muss, Du ein gutes Sanitätshaus hast, was das Metall ans Bein anpassen kann etc pp. Der Sattel leidet.
Mit der Kniebandage wird der Sattel mehr geschont.
Man muss nur testen, welche Marke zum Reiten taugt.
Nur zu!
Viel Erfolg
Susanne

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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 13:33

Beitragvon Fortissimo » Freitag 6. September 2019, 13:33

Hallo Susanne,
Ist halt nicht das Knie sondern das Sprunggelenk. Die "Orthese" von Bauerfeind ist eine Art Stützstrumpf, der rechts und links in der Höhe des Knöchels eine Verstärkung hat.
Aber wenn ich das bei Dir so lese, müsste es damit gut gehen. Zum Wandern nutze ich den "Strumpf" ebenfalls.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 13:35

Beitragvon Fortissimo » Freitag 6. September 2019, 13:35

Ja, ich sehe gerade, das Genu Train ist genauso aufgebaut wie das Malleo Train.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 13:37

Beitragvon Leasusanne » Freitag 6. September 2019, 13:37

So ein Ding habe ich auch. Eine feste Bandage, die dann noch zusätzlich das Gelenk mit Gurten fixiert. Geht super! Die leichte Version sind die TSM Bandagen.

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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 15:09

Beitragvon veronika » Freitag 6. September 2019, 15:09

Hi, ansonsten einen guten Physio suchen der einen berät. War bei mir immer besser als der Arzt. Viel kann man über Kinesio Tape erreichen, oder mit Bügeln spielen. Evtl mit Feder, die das Sprunggelenk entlasten. Wo es ohne feste Orthese geht, würde ich das vorziehen. Probier aus und hör auf den Bauch...

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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 16:03

Beitragvon Yvonne » Freitag 6. September 2019, 16:03

Stop & Go -Sportarten sind sowas wie Handball, Basketball usw. Alles das, wo die Bewegung abrupt abgestoppt wird. Da würde ich Reiten jetzt eher nicht dazu zählen.

Such dir einen guten Physiotherapeuten, wenn du noch keinen hast. Der wird dich da gut beraten können.

Und beim Reiten gilt, ausprobieren was geht und was nicht. Anders geht es nicht. Leider.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 17:07

Beitragvon Paxi » Freitag 6. September 2019, 17:07

Das Sprungelenk brauchst Du ja nicht unbedingt zum Reiten, jedenfalls nicht bewegungsintensiv. Ich musste es vor Jahren mal völlig (na ja, 95% oder so) ruhigstellen wg heftiger Sehnenzerrung (einmal mit Bluterguss quer durchs Gelenk). Nicht ganz so gut wie Reiten ging Skifahren - mehr oder weniger nur Schuss.

Auch mit altem Knieschaden ging Schwebesitz fast immer. Aber allzu viel Bewegung darf nicht im Gelenk sein, lieber auf der Innenseite des Oberschenkels rutschen.

Guter Physio mit Zusatzausbildung PNF hat phasenweise sehr geholfen. Ärzte sind ganz gut für´s Bildermachen. (Manchmal auch dies nicht wirklich ...)

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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 18:04

Beitragvon Fortissimo » Freitag 6. September 2019, 18:04

Mein Hausarzt hält Physio für Wellness... Ich Sprech mal mit dem Orthopäden, der mich nach Münster überwiesen hat. Vielleicht schreibt der mir welche auf.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 06 23:54

Beitragvon andrea hassel » Freitag 6. September 2019, 23:54

Ich habe mal bei einer Karpaltunnelgeschichte, bei der sowohl Hausarzt als auch Orthopäde sagten, Physio brächte nix, die ersten Einheiten selbst bezahlt. Danach bin ich zum HA, hab ihm gezeigt, daß es sehr wohl was bringt und dann die näxte Ladung verschrieben bekommen... Um Taktik kommt man in unserem Gesundheitswesen wohl nicht herum... :roll:
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 08 08:41

Beitragvon Arben » Sonntag 8. September 2019, 08:41

Das mit der Verordnung ist bei den Ärzten eher ein Problem des Budgets, dessen Grenze sie nicht überschreiten wollen..... Evtl auf Privat-Rezept aufschreiben lassen und über die Steuererklärung einreichen? Manche Krankenkasse hat z. B. ein Budget für Osteopathie, die dann bezuschusst wird.

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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 09 08:20

Beitragvon Fortissimo » Montag 9. September 2019, 08:20

Ich frage mal bei der Krankenkasse. Jetzt schaue ich, dass ich diesen Stützverband bezuschusst bekomme.
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Re: Knorpelschaden beim Reiter

Sep 2019 09 14:52

Beitragvon Fortissimo » Montag 9. September 2019, 14:52

https://www.bauerfeind.de/de/produkte/b ... -plus.html

Die habe ich jetzt verschrieben bekommen (Für Sport). Für Physio ist es noch zu früh, sagt der Arzt.
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