Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Hier geht es um Pferdekrankheiten allgemein

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Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:27

Beitragvon babara » Samstag 2. Januar 2016, 12:27

Meine alte Dame Menina (sie wird im Mai 26 Jahre alt) hat schon seit Jahren immer wieder Probleme mit krampfigem Husten.

Auch aktuell wieder, sie bekam bis kurz vor Weihnachten Equilysin, dann hat sie wieder angefangen, jetzt bekommt sie ab heute Equiplus.
Sie ist also unter tierärztlicher Kontrolle.

Die Lunge dürfte bei ihr schon sehr, sehr lange chronisch geschädigt sein.
Im Sommer hustet sie seltener, da läuft sie aber auch mehr. Wenn die Herde auf der großen Weide galoppiert, dann galoppiert sie mit und oft auch vorne weg.
Jetzt im Winter steht sie fast nur auf dem Paddock rum. Wenn die anderen ihre "arabischen 5 Minuten" haben, dann bleibt sie stehen.
Sie ist eben auch schon etwas steif und mag nicht so gerne laufen.
Ist eben eine alte Dame.

Sie steht im Winter nachts in der Box, auf Stroh und bekommt dieses Jahr Heu gefüttert. In den 3 letzten Jahren war es Heulage. Ich bilde mir ein, dass sie da weniger gehustet hat. Dafür hatte sie Durchfall und Kotwasser, das hat sie nicht mehr.
Vom Stroh möchte ich sie ungern runter nehmen, weil sie sehr viel davon frisst.
Der Futterzustand ist sehr gut, fast etwas zu gut.
Sie ist munter und gut drauf.

Nun möchte ich ihr gerne dauerhaft etwas für die Lunge/Bronchien zufüttern, Kräuter, Sirup oder sonstwas. Einfach um sie zu unterstützen und den nächsten Hustenanfall vielleicht hinaus zu zögern oder zu unterbinden.

Habt Ihr irgendwelche Empfehlungen?

Es gibt Kräutermischungen von Pernaturam.
Es gibt Mucolyt von St. Hippolyt.
Es gibt, es gibt, es gibt....

Danke!
LG, Barbara

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:30

Beitragvon polldi » Samstag 2. Januar 2016, 12:30

So wenig diese Antwort auch gefragt sein wird:
Heu und Stroh sind der Schlüssel...

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:33

Beitragvon Pilina » Samstag 2. Januar 2016, 12:33

Keine Stroheinstreu (alternative Leinstroh, Späne) und bedampftes Heu füttern, hilft bei uns am besten.
Je mehr man tut, desto weniger gelingt. Je weniger man tut, desto mehr geht. :D

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:37

Beitragvon jawarumnur » Samstag 2. Januar 2016, 12:37

Es gibt staubfreies Strohmehl. Das kann einen enormen Unterschied zu normalem Stroh machen. Es ist auch nicht übermäßig teuer, man kann mit einem Ballen pro Pferd pro Woche rechnen.

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:39

Beitragvon Lesley » Samstag 2. Januar 2016, 12:39

Die vorgefertigten Kräutermischungen kannst du vergessen - viel zu viel Kräuter durcheinander, zu unspezifisch, zu gering dosiert.
Husten ist nicht gleich Husten. Du solltest dir jemanden suchen, der dir abgestimmt auf die Probleme deines Pferdes eine Kräutermischung zusammenstellt.

Ich sehe das aber ähnlich wie Polldi - v.a. Stroh ist oft schimmelpilzbelastet. Ich finde es auch nicht normal, wenn ein Pferd Unmengen an Stroh frisst.
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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:47

Beitragvon Licht » Samstag 2. Januar 2016, 12:47

Joa,
würde auch erst das Stroh entfernen, Heu ab sofort gründlich wässern oder bedampfen - und dann nach Mitteln gucken.
Sonnig finde ich, die Lunge mittels inhalieren nochmal richtig frei zu machen. Tägliche Bewegung ist wichtig...reiten, montieren, joggen...
Beweine nicht die Menschen aus Deiner Vergangenheit - es gibt einen Grund, warum sie es nicht in Deine Zukunft geschafft haben.

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:53

Beitragvon babara » Samstag 2. Januar 2016, 12:53

Das ist tatsächlich nicht das, was ich hören wollte :lol: :lol: :lol:

Aber Ihr habt wohl recht. :?

Das Problem bei der Bewegung:
Sie ist alt.
Sie ist steif.
Sie hat einen Herzklappenfehler.
Sie hat Herzrhytmusstörungen (der "kritischen" Art).
Sie war bis 19 Jahre Zuchtstute (15 Fohlen).
Sie wurde als einziges meiner Pferde nie geritten.
Sie kennt "spazieren gehen" überhaupt nicht, ist extrem guckig in fremder Umgebung (bleibt alle 2 Schritte stehen und guckt).
Was ich aktuell mache: ich lasse sie in der Halle "etwas" laufen. Nur scheue ich mich massiv, so ein altes Pferd "zu scheuchen". Aus dem selben Grund geht sie auch nicht mehr in der Führmaschine, da kann sie auch nicht sagen "ich kann/will nicht mehr".

Also Haltung optimieren. Sch....
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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 12:59

Beitragvon UlliLewiss » Samstag 2. Januar 2016, 12:59

Eins haben alle COPD Pferde gemeinsam: sie ragieren mehr oder weniger heftig auf kleinste Schimmelpilzsporen, die vorallem in Heu und Stroh vorhanden sind. Nur weil es optisch und olfaktorisch gut aussieht, bedeutet es nicht dass es tatsächlich frei davon ist (abgesehen davon steigt die Anzahl der Keime/Sporen stetig je länger das Heu/Stroh gelagert wird). Je empfindlicher das Pferd ist (wie beim Menschen auch, kann sich das von Jahr zu Jahr ändern), reagiert es mehr oder weniger darauf. Alle Kräuter der Welt werden dieses Problem nicht lösen können.
Klar kann man das Immunsystem unterstützen, vorallem durch einen ausgewogenen Spurenelementenhaushalt und Omega-Fettsäuren sowie ensprechenden Pflanzen, aber viel wichtiger ist es die Antigenen zu reduzieren. Also entweder alles bedampfen oder was anderes verwenden.
Viele Grüße,
Steffi

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 17:03

Beitragvon jawarumnur » Samstag 2. Januar 2016, 17:03

Versuch es doch erstmal mit einer staubfreien Einstreu statt normalem Stroh. Das ist ja wirklich nicht besonders aufwändig zu realisieren und oft bringt es schon eine Menge.

Scheuchen würde ich das Pferd auch nicht. Schon gar nicht, wenn sie schlecht Luft bekommt. Es ist zwar gut, wenn die Lunge mal durchgepustet wird, aber nicht, wenn das Pferd dabei Atemnot bekommt. Zudem kann in der Halle auch schon wieder zu viel Staub in der Luft sein. Also vlt besser draußen laufen lassen, auch wenn das Wetter nicht das beste ist. Aber gerade feuchte Luft ist ja in dem Fall mal nicht schlecht.

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 17:11

Beitragvon babara » Samstag 2. Januar 2016, 17:11

Ich habe ihre Box vorhin ausgeräumt und mit Holzpellets eingestreut, als erste Sofort-Maßnahme.

Über das Heu muss ich noch nachdenken.
Das in der Box kann ich anfeuchten, tauchen oder sonst was.
Aber tags über steht sie mit den anderen auf dem Paddock und das Heu in der Raufe - da sehe ich keine Möglichkeit aktuell, wie ich das feucht füttern soll.
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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 17:38

Beitragvon polldi » Samstag 2. Januar 2016, 17:38

24h Heu?

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 17:44

Beitragvon babara » Samstag 2. Januar 2016, 17:44

polldi hat geschrieben:24h Heu?


Fast. Die Raufe ist meistens so gegen 14:00 leer gefressen, zwischen 15:30 und 16:00 kommen sie rein.
Morgens lag bisher immer noch Heu in der Box. Das muss ich jetzt evtl. neu justieren, da sie ja kein Stroh mehr fressen kann und daher evtl. mehr Heu braucht.
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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 18:41

Beitragvon knickreiterin » Samstag 2. Januar 2016, 18:41

Satte 12 Stunden Box für einen chronischen Huster ....hmmm, das hätten hiesige Fälle (aktuelle und vergangene) nicht überlebt.

Hier wurde :
  • für Huster in ein stabiles, flatterfreies Weidezelt mit guten Windschutznetzen (Coverall) investiert...als Alternative zum existierenden frei zugänglichen gemauerten Gebäude...und gegen alle ästhetischen Einwände
  • mit Spänen eingestreut
  • die Futterstellen ausschliesslich in den Aussenbereich / Freiluft verlegt
  • Heu / Heulage Kombination/Wechsel sowie Stroh aus engmaschingen Netzen in bodennahen Raufen gefüttert
  • Bewegungsmotivierende Gruppenbildung betrieben (Atmung/Fitness)
  • in akuten Situationen Aufgüsse von Spitzwegerich und Malve warm mit Heucobs serviert
  • Ismovit von Kräuterwiese kurartig verabreicht....aber das mag zugegebenermassen möglicherweise für den Menschen und den Hersteller mehr gebracht haben als für's Pferdchen...

Weitere Parameter waren:
  • vermehrter Husten bei Bewegung in der Halle
  • vermehrter Husten bei trockener Wetterlage
  • vermehrter Husten bei hängenden Heunetzen
  • Kotwasser bei reiner Heulagefütterung, Besserung wenn im Wechsel/Kombination mit Heu und mit Strohangebot
  • keine nachhaltige Besserung allein durch konventionelle Medikation OHNE Haltungsveränderung

Sicherlich nicht pauschal anzuwenden. Hier hat's mehrfach den jeweils betroffenen Tieren deutlich Erleichterung verschafft.

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 19:15

Beitragvon polldi » Samstag 2. Januar 2016, 19:15

Bei kürzeren Fresszeiten hätte man die Dame per autom. Weidetor solange separieren können. Und anschliessend "autom." zu den Anderen zurück lassen.

"Alt und steif" - da gestehe ich, hab ich eben dasselbe wie Knickreiterin gedacht.
Bei 24h Bewegung würden Arthrosen vielleicht nichtmal auffallen, so war es hier jedenfalls bei allen (!) alten Pferden (26-37).

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Re: Vorbeugung/Unterstützung bei Husten?

Jan 2016 02 19:27

Beitragvon babara » Samstag 2. Januar 2016, 19:27

Sie ist auch im Sommer, bei 24 Stunden Weidehaltung, sehr steif.
Wie gesagt galoppiert sie dann mit der Herde mit, wenn die von ganz hinten ankommen um sich ihre Mineral-Bigs abzuholen.
Aber freiwillig bewegt sie sich nicht schneller als notwendig.
Wenn die dann abends ihre "arabischen 5 Minuten" haben und große Kreise drehen, dann steht sie in der Mitte und schaut zu oder bewegt sich nur sehr wenig.
Im Hochsommer. Wenn's warm ist. Wenn sie 24 Stunden draussen ist.
Schon im Sommer 2011, da war sie 21, hat sie sich bei meiner Gestütspräsentation nicht mehr "gezeigt", d.h. sie hätte sich nur bewegt, wenn ich sehr viel Druck gemacht hätte. Darauf habe ich damals schon verzichtet.

Arthrotische Veränderungen mag sie haben. Lahm ist sie aber nicht, nur steif. Wie gesagt - sie ist 26! Sie hatte 15 Fohlen. Ihre Mutter und ihre 3 Vollschwestern sind alle mit 22/23 gestorben. Ich bin extrem froh, dass sie noch lebt und dass es hier verhältnismässig gut geht.
LG, Barbara

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