Chronische Bronchitis

Hier geht es um Pferdekrankheiten allgemein

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Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 13:50

Beitragvon prinzessin » Samstag 26. Mai 2018, 13:50

Es ist leider amtlich- mein Nachwuchs hat mit nur 7 Jahren chronische Bronchitis. Die Klinik hat gerade angerufen und mir den Laborbericht mitgeteilt. Nix Bakterien, aber eben chronische Bronchitis.


Was sind eure Erfahrungen mit Bronchitis und Distanzen?
Heu nass ist klar, derzeit bekommt er bereits Schwarzkümmelöl und Schwarzkümmelsamen.
Dazu VentiPlus zum 3. Mal.
Derzeit hustet er nicht.
Bisher habe ich im Training auch keine Leistungsminderung bemerkt.

Bitte mal ein Brainstorming zu dem Thema, da ich mich glücklicherweise bisher noch nicht damit beschäftigen musste....
Die ersten 577km sind geschafft !

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 13:55

Beitragvon Sigrun » Samstag 26. Mai 2018, 13:55

Czyppa ist - soweit ich weiß - Distanzpferd geworden, weil sie wegen chronischer Lungenprobleme regelmäßig lange und gleichmäßig geritten werden sollte ;-) Wirklich beurteilen und entscheiden kann man es aber nur im Einzelfall.
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 13:58

Beitragvon polldi » Samstag 26. Mai 2018, 13:58

viewtopic.php?f=20&t=49399

Ich würde in einen AirOne oder Flexineb investieren.
Ggf. auch in Dosieraerosol und Spacer.

Hatte lange einen „billigen“ (400€-harhar) Impex-Inhalator und nun seit 6 Wochen einen gebr. AirOne.
Der Unterschied in der Vernebelungsmenge und Wirkung ist frappierend.

Es gibt einige COB-Pferde auch auf langen Distanzen.

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 13:58

Beitragvon Rennsemmel » Samstag 26. Mai 2018, 13:58

Hat vimpy seit seinem 5. oder 6. Lebensjahr.
Nach Sehnenschaden und Nachbarbox mit Stroh ist es 2008 eskaliert, es ging ihm sehr schlecht.
Hat mehrere Dosen Venti + bekommen und musste laufen laufen laufen.
Bis 2010 habe ich es auf Distanzen noch etwas an der Leistung gemerkt.

Seit 2009 Haltung IMMER OHNE Einstreu und IMMER draußen.
Symptomfrei seit 2011. Alle besonders tollen Leistungen hat er danach erbracht.
Frisst mittlerweile gutes Heu auch trocken. Ist aber ein äußerst zuverlässiger Indikator für schlechtes Heu, da muss man dann genau beobachten und schnell reagieren.

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Gruß von Doro mit neuem Motto:

wer den Weg kennt, braucht kein schnelles Pferd.

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 14:14

Beitragvon prinzessin » Samstag 26. Mai 2018, 14:14

Stehen bereits ohne Einstreu. Zur Zeit 24 Std Wiese plus Heu, im Winter über Nacht Offenstall plus 100qm Paddock, tagsüber 700qm Paddock. Viel mehr draußen geht wohl nicht....
Im Winter hatte ich leider weniger gutes Heu- ab der neuen Ernte hab ich einen festen Lieferanten in sehr guter Qualität.
Heulage kommt nicht in Frage.

Mehr laufen also. Bisher war ich da wegen des Husten unsicher, aber das lässt sich ja ändern.
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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 18:56

Beitragvon Somla » Samstag 26. Mai 2018, 18:56

Ich habe den Flexineb und kann ihn sehr empfehlen.
Per Inhalation verabreiche ich auch Medikamente, da sie dann genau dort ankommen, wo sie wirken müssen, nämlich in der Lunge.

Und ansonsten wie bereits gesagt, staubfreie Haltung und viel Bewegung.

Allerdings läuft mein schwer lungenkrankes Pferd keine Distanzen, ist inzwischen auch 21 Jahre alt und nicht fit genug dafür.

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 26 21:37

Beitragvon christiane » Samstag 26. Mai 2018, 21:37

Laufen, richtig. Solange nichts Akutes bremst, jeden Tag die Lunge durchpusten. Entweder Getobe auf Paddock/Weide oder vor dem Sulky (z B bergauf). Ein Lungenpuster (wird in der Vielseitigkeit so genannt) schafft auch altes Zeug aus den Lungenspitzen, mal platt ausgedrückt. Da du die Ponys am Haus hast, müsst doch Heu bedampfen ganz gut gehen. Kann man mit einem Tapetenabzieher ganz günstig bauen. Hier gibt es irgendwo eine Anleitung.
Gruß Christiane
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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 07:31

Beitragvon Paxi » Sonntag 27. Mai 2018, 07:31

Eine Reihe LD-Pferde waren Chroniker und sind lange gelaufen. Ich kann mich allerdings an keins erinnern, das in hohem Tempo geritten wurde. Bei enger Kontrolle der Leistungsfähigkeit (Puls, Atmung, auch im Training öfter ein Ridgeway-Trot) siehst Du ja, wenn Leistungsminderung droht. Ein unbemerkter Infekt kann sich ansonsten schon heftig auswirken (Herz).

Keep on running, alles Gute!

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 09:05

Beitragvon sundance » Sonntag 27. Mai 2018, 09:05

habe auch einen COPD-ler, von daher kann ich da leider mitreden :roll:

- viiiiiieeel laufen, viiiiiiieeeel Bewegung = Lunge durchpusten; möglichst großen Auslauf. Warum machst Du die 700 qm nicht auch nachts auf?
- die Leistungsfähigkeit beim COPD-ler ist tagesformabhängig; hohe Ozon-Werte, Pollenflug, Trockenheit sind nicht so toll.
- absolut KEINE Einstreu; bei uns war auch die teure entstaubte + entkeimte Späne nicht möglich. Ich habe HIT-Betten und EVA-Matten und bin nach
anfänglicher Skeptsis total happy! War eine wirklich lohnende Anschaffung.
- Inhalieren mit gutem Gerät. Inhalieren ist der Hit + bringt i.d.R. sofortige Erleichterung
- qualitativ hochwertiges Heu (ich weiss, schwierig zu bekommen); immer nass machen! Geht ganz easy; wenn Du willst, berichte ich
- Heu nicht bedampfen! Es wird inzwischen davon abgeraten. Durch das Bedämpfen ist es warm + feucht und somit idealer Nährboden für .......
Schimmelpilze :?
- Plantagines von iwest füttern. Aber Vorsicht: manche Pferde vertragen keine Kräuter o. sind auf diese allergisch
- bei akuten Krisen: Bronchienerweiterer + Schleimlöser; hier hat bei uns das reine ACC (Apotheke) ganz gut gewirkt

Mein COPD-ler ist mit o.a. Maßnahmen inzwischen seit ü1 Jahr kpl. symptomfrei + bekommt derzeit Stroh + Heu trocken.

VG + Gute Besserung
Es gibt Pferdemenschen und Menschen mit Pferden

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 10:05

Beitragvon prinzessin » Sonntag 27. Mai 2018, 10:05

Danke für eure Tipps.

Die 700qm sind am Ende der Straße, aufmachen ist deshalb schlecht.
Nachts haben sie also den Unterstand plus 100qm Paddock.
Daran kann ich nichts ändern.
Habe mir auf der Equitana gestern die EVA Matten angesehen- muss noch ein paar Euro sparen, dann werden die gekauft.
Bisher machen wir das Heu nass- das klappt gut. Mir graut es nur vor dem Winter wenn alles friert. Wie macht ihr das???
Temporekorde stelle ich als Ponyfahrer ja eh nicht auf, obwohl er schon gerne flott unterwegs ist. Da er aber noch am Anfang seiner Ausbildung steht, sind wir auch viel im Schritt unterwegs.
Von inhalieren hat die Klinik nichts gesagt....Mmh?
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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 10:15

Beitragvon verdi » Sonntag 27. Mai 2018, 10:15

@sundance
kannst Du einen Verweis auf die Infos bez. Bedampfen posten?
Bis anhin habe ich - auch im Bekanntenkreis - ganz klar die Erfahrung gemacht, dass waschen nicht ausreicht. Der Schritt zum Bedampfen hat jeweils die entscheidende Besserung gebracht. Dass das Bedampfen nicht auf Reserve gemacht wird, das Heu direkt anschliessend serviert wird und vom "Dampfkessel" bis zur Futterstelle alles saubergehalten wird, damit dort kein Gammel und damit auch Schimmel entstehen kann, ist klar.
Vielen Dank und LG verdi

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 12:26

Beitragvon Sigrun » Sonntag 27. Mai 2018, 12:26

Wir machen das Heu mit einem Gartenschlauch nass, kleine Portionen mit der Gieskanne, auf einem Stück leicht abfallendem Gras. So läuft es auch im Winter ab, ohne dass es nicht allzu rutschig wird. Im Winter ist der Anschluss beheizt.

Das Heu wird locker ins Netz gepackt, die Netze legt man auf den Boden, geht einmal mit dem Schlau drüber, wendet und noch mal mit dem Schlauchd drüber. Das reicht bei unseren Heustaub-Empfindlichen. Seit diesem Jahr gibt es auch Heuatomaten, in die natürlich trockenes Heu kommt. Merkt man sofort, leider. Mein Pferd hatte 8 Jahre lang kein Problem mit trockenem Heu, aber das waren Handballen in extrem guter Qualität. Jetzt gibt es hervorragend gutes Rundballenheu, aber es ist zwangsläufig staubiger - zack, hustet er. Nicht doll, aber eben doch sofort, wenn es mehr trockenes Heu gibt.
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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 13:05

Beitragvon polldi » Sonntag 27. Mai 2018, 13:05

Inhalieren:
Hatten mir meine TA auch nichts zu gesagt.
Als ich Wochen später danach fragte, war man von Idee sehr begeistert und bot mir direkt Leihgerät an. :roll:
Heißt also nichts.

Bei den Dosieraerosolen war es noch erstaunlicher, die kannte man nämlich gar nicht und an ein Rezept zu kommen war mehr als schwierig, obwohl diese Methode auch nicht neu ist.

http://equivetinfo.de/html/vernebelung.html

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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 14:49

Beitragvon prinzessin » Sonntag 27. Mai 2018, 14:49

Sundance
Bitte berichte doch mal wie du Heu ganz Easyboot nass machst. Damit kommt er nämlich gut klar.
Und auch bitte mehr Infos warum man nicht bedampfen soll- wollte mir nämlich die Tage einen Bedampfer selbst bauen. Eben im Hinblick auf dem Winter fand ich das die bessere Lösung.
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Re: Chronische Bronchitis

Mai 2018 27 15:19

Beitragvon polldi » Sonntag 27. Mai 2018, 15:19

Die Hitze, die nötig ist, wird IM Heu einfach nicht gleichmässig und überall erreicht.

Noch dazu ist es im Stromverbrauch immens teuer.

Bei Selbstbauten ist ein grosses Risiko aber einfach die Brandgefahr und der dann wohl fehlende Versicherungsschutz...


Hab letzten Sommer auf der Terrasse mit Eigenbau ohne Zeitschaltuhr betrieben und es hat mich restlos entnervt.

Wasche nun 2x täglich hiermit schwarz-transportgeraete heubefeuchter (für 100€ geschossen) und hab dann eine Sulzberger Bodenraufe auf EVA-Matten draussen stehen, Restwasser läuft ab, Heu gut belüftet, mit der Gummiflitsche ist alles blitzschnell sauber, Gammelrisiko bei den derzeitigen 30Grad minimiert.

Bei Frost gibts Westfalengras o.ä.
Zuletzt geändert von polldi am Samstag 4. August 2018, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.