Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Hier treffen sich die Distanzfahrer.

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ulibarbara
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Jul 2020 30 20:17

Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Nun bin ich stolze Besitzerin einer verlässlichen Traberstute (lief nachweislich auf der Bahn, kennt also den Sulky) und seit vorgestern eines etwas ramponierten Gigs (Maier, älteres Modell ähnlich https://www.maier-sulky.de/gig-und-sulk ... otter.html , vermutlich ein Vorgängermodell).

Jetzt brauche ich ein passendes Geschirr und v.a. Hilfe, was wie eingestellt und eingehängt wird. Bei uns ist es bergig, Hintergeschirr muss sein und auch der Gig wird mit Bremse ausgestattet.

An den Anzen sind nur kleine "Pöppel" - keine Ösen, nichts. Am Rahmen kein Ortscheit und keine Umlenkrollen.

Wie und wo hängte man da das Hintergeschirr ein? Liegen die nackten Anzen einfach lose in den Schlaufen, könnten also theoretisch rausrutschen, wenn die Zugstränge lose sind?

Aus eigener Anschauung (Fahrkurs vor über 25 Jahren) kenne ich komplizierte lederne Zweispännergeschirre in einer aufgeräumten, nach Leder duftenden Geschirrkammer mit einem irrwitzigen Verbrauch an Sattelseife. Von @greenorest kenne ich Sieltec, dass eher meiner Vorstellung hinsichtlich Gewicht und Pflegeaufwand entspricht. Gibt es weitere Alternativen? Wenn Sieltech, welches Modell?

Hänge in einer Grübelschleife. Ohne Geschirr kein Fahren, ohne Fahren keine Erfahrung, ohne Erfahrung kann ich kein Geschirr kaufen. Ich muss einfach mal anfangen. Helft mir bitte raus aus der Schleife :-)

Wie bringe ich der Stute das Aufhalten bei - denke kennt sie nicht von der Bahn?

Ich will mit meiner Mutter im Gelände spazierenfahren (keine Distanzfahrten).

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prinzessin
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Jul 2020 30 21:08

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

So wie das klingt brauchst du als erstes mal Umlenkrollen oder ein Ortscheid am Gig wo du die Zugstränge einhängst.

Sieltec ist für Anfänger nicht ganz einfach einzustellen, auf deren Homepage gibt es aber eine Liste mit Paten, die gerne bei der Einstellung helfen.
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Jul 2020 30 21:30

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Wenn die gig so ähnlich ist wie mein Sulky, dann ist der entweder für Wickel- oder Klickeranspannung. Also wie im Trabsport halt ohne Stränge.
Du solltest vorm ersten Anspannen, wenn Du mit Strängen fahren möchtest (was zu empfehlen ist), auf jeden Fall erst testen, ob dein Pferd das mit Strängen an den Beinen kennt. Wir haben zwei Traber von der Bahn, meine hatte kein Problem damit (kannte aber auch schon Doppellonge usw.) und die von meiner Mutter kommt damit bisher noch nicht so ganz klar (muss aber irgendwann, weil das Pony zu groß für den sulky ist).

Hintergeschirr wickel ich immer einfach seitlich drum, wir leben aber auch im Flachland. Vielleicht wäre es bei euch besser sich da Ösen dran zu schweißen.

Hier noch ein Bild von meinem Sulky mit Traber davor. Der ist aber auch umgebaut, damit auch der Isi davor passt. Hier noch mit Wickelgeschirr, mittlerweile sind Umlenkrollen dran.
IMG_20190913_170929.jpg
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Jul 2020 30 21:43

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

lass vor allem das erste mal wen fahren, der Erfahrung hat. wäre denkbar, dass die Traberine sagt: ah, sulky, kenn ich. da muss man von 0 auf 100 in zehn Sekunden. weiß nicht, wieviel Spaß du daran hast ;) ich wäre überfordert, obwohl nun schon viele 1000 Kilometer durch die Lande gekullert
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ulibarbara
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Jul 2020 30 23:24

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Die einzige die hier Erfahrung mit im Renntraining gefahrenen Trabern hat, ist Corinna Baisch (handelt heute mit Spaniern, die Familie hat früher selbst Traber gezüchtet und trainiert). Was mich - nach Anfruf- stört: Sie will mich nicht mitfahren lassen sondern das alleine bzw nur mit ihrem Vater probieren. Und ich gebe mein Pferd, das mir vertraut, nicht gerne in völlig fremde Hände, ohne dass ich dabei bin. Frau Baisch hat hier einen durchwachsenen Ruf, ich kenne sie nicht weiter. Aber ich arbeite lieber mit Geduld und gelegentlichen Rückziehern, schnelle Erfolge brauche ich nicht - bin so im Leben immer an meine Ziele gekommen. Und die einzige die es hier sonst mit Trabern überhaupt hat, bin ich :-).

Lieber wäre mir tatsächlich ein verlässlicher, trabrennerfahrener Helfer, der mich "mitnimmt" (mental wie physisch). Finden.... Rennbahn gibt es keine in der Nähe.

Die Mutter meiner RB hat immerhin viel Fahrerfahrung und Routine. Sobald wir wissen dass es überhaupt geht, habe ich kompetente Hilfe (aber Achenbach, nicht Rennbahn). Auch eine Miteinstellerin hat ihre Stute gerade eingefahren und fährt viel, nicht nur ihr eigenes Pferd (Azubine Gestüt Marbach). Aber ich denke der erste Schritt, den muss tatsächlich ich selbst machen.

Doppellonge üben, an Stränge gewöhnen das bringe ich hin (ich habe alle meine bisherigen Pferde so bisher mindestens ans Skijöring gewöhnt). Aufhalten stand bisher aber noch nie auf dem Lehrplan.

Jens, ja das sieht ähnlich aus wie Dein Sulky. Dieser Pömpel an den Anzen, sieht aus wie eine große Spielfigur, - ist der für Klicker oder Wickel? Wenn ich mit Strängen anspanne, schraube ich den einfach raus?

Umlenkrollen sind mir sympathischer als Ortscheit, ohne dass ich das begründen kann. Anschrauben, anschweissen, festbinden - wo genau? gibt es eine optimale Höhe oder Breite?

Vielen Dank schon mal für eure bisherigen Tips!

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Jul 2020 31 09:44

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Wo genau die Umlenkrollen hin sollen, gibt dir meist der Sulky vor. Möglichst breit auseinander, damit der Hintern schön Platz hat und halt stabil angebracht. Bei mir zum Beispiel kam somit nur 1 Stelle am Sulky in Frage.
Bei mir schaut es von der Seite so aus- finde es besser, wenn Ortscheit/Umlenkrollen höher angebracht sind.
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Jul 2020 31 09:46

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Hier saß Bild dazu
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Jul 2020 31 21:12

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

Ich habe auch einen Traber von der Bahn. Sicher gefahren - vor einem leichten Wagen, dann Fahrpause und Reitpferd-Ausbildung.
Ich habe (für mich zum Drangewöhnen; da halt doch andere Übersetzung als mein kleines gemütliches Fahrpony) angefangen mit Fahren vom Boden, mit Zugsträngen, mit Ortscheid, mit Schleppe Platz abgezogen im Schritt und Trab.
Dann eingespannt in die (gebremste) Gig.
2-3mal in der Halle paar Runden gefahren. Nächstes mal Hintergeschirr drauf, damit longiert, Hintergeschirr am Longiergurt festgebunden mit kleinem Bändchen, so dass Druck drauf kam, es aber im Notfall gerissen wäre.
Wieder eingespannt, Hintergeschirr nicht zu stramm. Eine Runde Schritt und dann vom Boden rückwärts gerichtet. Erst mit wenig Rollwiderstand; am nächsten Tag im tieferen Boden; aber nicht übertreiben. Als das rückwärts schieben des Wagens problemlos ging: Hintergeschirr nach und nach strammer gemacht; erste Fahrt bergab vorsichtig von der Bremse gegangen: Traberlein stemmt sich brav gegen statt schneller zu werden :)
War recht unspektakulär, weil sie alles als selbstverständlich angesehen hat und ich dann schnell weiter zum nächsten Schritt gehen konnte - Traber eben :wink:

Geschirr: Mein Favorit (und grad im bergigen): Siltec-Brustblatt und Hintergeschirr; Leder-Selett.
Selett liegt einfach solider auf dem Rücken. Das weiche Popo-Polster und den Brustriemen hingegen liebt meine "Diva" (und ich auch angesichts der Pflege *hüstel*)

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Jul 2020 31 22:15

Re: Geschirr zum (Wieder)-einfahren (Anfängerfragen)

So, eben erster Versuch mit "aufhalten": Ich habe einfach eine Longe ums Hinterteil geschlungen, bin vorweg rückwärts gelaufen, meine Mutter hat geführt. Sobald ich Zug aufs Hintergeschirr gegeben habe: Pfiff (heist halt). Zuerst ging sie verwirrt schneller, "brav dem Druck weichend". Wir haben sie freundlich zurückgeschickt, in den Druck rein. Es hat klick gemacht und beim nächsten Zug+Pfiff stand sie. Die begreift schnell. Weil es ihr heute nicht gut ging (Durchfall) haben wir es dabei belassen.

Übrigens ist die Longa aka Hintergeschirr natürlich immer wieder runtergerutscht, bis aufs Sprunggelenkt. Stört sie gar nicht (hätte mich auch gewundert, sonst hätte ich es nicht so gemacht).

Ich darf mir das Geschirr der anderen Einstellerin ausleihen. Sollte fast unverändert passen, Kaliber der beiden Pferde ist ähnlich. Und dann mach ich es mal wie Du, Saphira, zuerst in der Halle vom Boden aus.

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