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von Sigrun
Es ist halt schon schwierig genug, eine lange Strecke zu finden, die gut und sicher fahrbar ist und (z.B. hier im Naturschutzgebiet mit viel Kutschverkehr, der auf bestimmten Wegen gehalten werden soll) auch genehmigt wird.
Das Fahren ist leider in vielen Gegenden noch stärker eingeschränkt als das Reiten, weil es zu mühsam ist, in solchen Regelungen die verschiedenen Gespanntypen zu unterscheiden. Wo ein 1,30 Pony mit 2-Achser null Schäden anrichtet, kann ein Kremser mit 20 Leuten drauf und zwei großen Kaltblütern entweder sich selbst oder dem Weg schaden.
Dazu kommt, dass man Reiter problemlos auch mal um eine Schranke herum oder über eine schmale Brücke schicken kann, wo man Fahrer aber nicht so gern sehen möchte (nicht alle TN an Wettbewerben haben ihre Pferde gleichermaßen im Griff, nicht alle verfügen über dieselbe Übersicht, kribbelige Situationen sind nicht zu vermeiden, also muss man als Veranstalter immer davon ausgehen, dass etwas schiefgeht und dann muss zumindest der GAU ausgeschlossen sein.) D.h. die Streckenlegung geht dann oft nicht auf, die Abstände zu den Pausenplätzen sind schwieriger hinzubekommen oder man muss für die Handvol Fahrer, die sich vielleicht anmelden, eine komplett eigene Strecke erarbeiten. Für Meisterschaften sind die Anforderungen an die Strecke zu Recht nochmal etwas höher, als bei einem MTR/F nach Karte, wo die Leute selbst dafür verantwortlich sind, wenn sie bei ihrer optimierten Strecke ggf. ausspannen oder den Sukly über einen Baumstamm heben müssen. Das geht ja auch nicht mit jeder Kutsche.
Außerdem kommen auch bei den Reitern nur die allerwenigsten bis zum Hundertmeiler, auf Meisterschaften sind Starterfelder um die 20 schon sehr, sehr gut, oft sind es weniger. Da es viel weniger Fahrer als Reiter gibt, würde bei Meisterschaften über 160 km im Fahren vermutlich immer nur der eine Traber Meister, der relativ lässig 160 km schafft. 120 km ist schon eine beachtliche Leistung, und da bekommt man dann auch einigermaßen aussagekräftige Starterfelder zusammen und findet Nachwuchs, der sich das als Ziel vornehmen kann, weil es mit einigen Jahren Erfahrung machbar ist.
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"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)