Stuck 2018

Meinung- und Erfahrungsaustausch zu den Ritten

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 09:06

Beitragvon Beta » Montag 14. Mai 2018, 09:06

Es klingt so schrecklich, was ihr in der Nacht auf Sonntag durchleben musstet. Nun frage ich mich, wie der Vorgang war und ob man etwas draus lernen kann? Können/sollten wir Starter/Besitzer irgendwas machen, um die Pferde sicherer einzuzäunen?
So ganz verstehe ich noch nicht, was genau passiert ist bzw. was die Auslöser waren. Ich hoffe, es mag jemand aufklären.
Ruhe in Frieden, lieber Hadshi! Die anderen beiden Pferde sind hoffentlich gesund und wohlbehalten gefunden worden.
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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 09:45

Beitragvon Parje » Montag 14. Mai 2018, 09:45

Beta, bitte sei mir nicht böse aber für eine Analyse ist es noch ein bißchen früh.
Sicher ist es gut, wenn man irgendwann drüber redet und vlt versucht, durch diese schlimme Erfahrung etwas " besser" oder einfach "anders" zu machen... Aber noch nicht jetzt!!!

Das war die schlimmste Nacht meines Lebens und ich wünsche mir das so etwas nie wieder passiert!!!!

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 10:04

Beitragvon KaLo » Montag 14. Mai 2018, 10:04

Da schließe ich mich Jessi an.
Ich denke ich spreche für jeden, dass uns diese Nacht noch sehr lange beschäftigen wird und jeder einzelne seine Zeit braucht, dies zu verarbeiten.
Glaube mir, auf so etwas kann sich niemand vorbereiten oder vermeiden. Wir müssen uns einfach im klaren sein, dass es Fluchttiere sind, die in Panik Kräfte frei setzen, die Unvorstellbar sind.

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 10:16

Beitragvon Cira » Montag 14. Mai 2018, 10:16

Ich schließe mich meinen beiden Vorschreiberinnen an.

Ich war auch in dieser Alptraum Nacht dabei und die Paddocks der betreffenden Pferde waren super solide gebaut und alle mit ordentlich Strom versehen. Der Zaun um die Paddock Wiese in Stuck ist ebenfalls grundsolide. Aber die panischen Tiere hat, einmal rennend, nichts mehr aufgehalten.. .
In memoriam:
Cira: 13.07.1995 - 03.09.2004 tödlich verunglückt
Ciras Mama Scarlett: 8.8.1989 - 27.8.2009
Coimbra: 17.01.1982 - 13.12.2005 von ihrem Leiden erlöst
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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 10:24

Beitragvon Bonnypony » Montag 14. Mai 2018, 10:24

Kurzfassung:
es sind 7 Pferde abgehauen. teilweise panisch durch mehrere Zäune. ich habe kein "schlampig" aufgebautes Paddock gesehen, auch fand ich es nciht "zu eng" an einander gebaut.
ein toller Einsatz aller, jeder hat geholfen wo er konnte.

Ursachenforschung und Analyse kommt später. diese Nacht wirkt nach
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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 10:53

Beitragvon Dona » Montag 14. Mai 2018, 10:53

Die meisten, die dabei waren, lesen - glaub ich- hier mit:

Deswegen mein riesiges Dankeschön an ALLE, denn nur durch den Einsatz aller und der guten Organisation war es möglich alle Pferde in so kurzer Zeit wieder zu finden.
Auch wenn meiner erst bei den letzten beiden dabei war und ich 1000 Tode gestorben bin....

DANKE - DANKE - DANKE !!!
Double - 2836 km i.d.Wertung
das Seepferdchen - 850 km i.d.Wertung
Dougal - 113 km i.d.Wertung

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 11:18

Beitragvon veronika » Montag 14. Mai 2018, 11:18

Diese Nacht war schrecklich und wird allen vor Ort im Kopf bleiben. Auch wenn "unsere" Reitpferde in den Paddocks geblieben sind, graut es mir vor der nächsten Übernachtung mit Pferd. Wir haben die Nacht auch einen von uns dreien mit beiden Pferden am Strick in den Paddocks gelassen. Wir anderen beiden haben geholfen..
Aus meiner Sicht war es ein Unfall, der nicht zu verhindern war. Und so tragisch wie er war - ist es nicht noch schlimmer ausgegangen, da wir in Stuck viele wirklich gute Bedingungen haben und es auch an einigen Stellen Glück gab.

Die ersten "Sekunden, Minuten"? habe ich nur gehört, es war (glaube ich)kurz nach Mitternacht. Ich lag selbst im Bus und hatte schon geschlafen, ich stand ziemlich nah am Ausgang der Wiese.
Etwas weiter weg knallte es, dann fast zeitgleich überall und dann nur noch galoppierende Pferde. Direkt bei mir vorbei Richtung Ausgang, dann zurück und dann wieder Richtung Ausgang.

Natürlich raus, dabei in Überziehhose und Schuhe und Jacke gegriffen. Überrascht festgestellt das "unsere" Pferde in den Paddocks standen und sogar schon Stricke ran. Es hörte sich an, als wenn alle Pferde unterwegs waren. 50, 60,70 auf der Wiese? Ich weiß es nicht.
Beide in einen Paddock, dass einer beide halten können. Griff nach Taschenlampe, Longe, Halfter und Autoerste Hilfe und los. In dem Moment kam schon jemand rum, der von Paddock zu Paddock ging. Es wurde notiert, wo welche Pferde fehlen. Das war richtig gut. So war ganz schnell klar, dass es sich um 7 Stück handelte. Aber verstreut auf dem Platz.

Ich denke weiter sollten - wenn sie mögen- die betroffenen Besitzer berichten.

Das Galopp, Panik und Nacht mit Autos, Wald, Gräben... gefährlich sind, wissen wir alle.

Ich war gegen halb 3/3 auf den Paddockplatz zurück. Wir haben dann die Pferde zurückgestellt und los gemacht und erstmal einen Tee bekommen. Über den groben Stand wurden wir auf den laufenden gehalten, zu dem Zeitpunkt fehlten noch 3 Pferde. Irgendwann kam jemand, dass gerade unterbrochen ist und wir uns um 5 treffen wenn hell, zumindest noch 1,5h ruhen, an Schlaf war nicht zu denken. Dann aufteilen zur Suche mit Auto, Gespann, Pferden... eines war recht schnell gefunden, die anderen beiden noch nicht. Wir waren dann irgendwann zwischen 9 und 10 aus dem Gelände zurück. Ab und zu hörte man, dass die Pferde gesehen wurden. Fühlten uns aber selbst recht hilflos, die können wirklich überall sein und es ist so viel Platz. Gerade am Anfang haben noch alle Anwohner geschlafen, eigentlich musste man bald auf einen Zufallsfund hoffen.
Dann auch die Frage: Was machen wir? Können wir fahren obwohl zwei Pferde fehlen? Können wir noch helfen? Trotz allen müssen wir "unsere" Pferde auch heile nach Hause bringen.

Dann kam zum Glück die Erlösung, dass sie eingefangen sind demnächst eintreffen. Das es keine Auswertung und Siegerehrung nach dem Unglück gibt, war klar. Aber sobald die Pferde zurück sind, sollte es ein Treffen geben. Ich glaube ein "Abschluss" und etwas Ruhe und Normalität hat uns allen gut getan. Das alle Pferde im laufe des Vormittags NU wurden, wir wirklich wichtig. Auch die nicht ausgebrochenen wirkten müde in ihren Paddocks.

An dem Punkt haben Frank und Bernhard auch ganz tolle Worte gefunden. Das hat gut getan und hätten nach der Nacht nicht viele gekonnt. Ich hätte wohl nach 2 Worten angefangen zu heulen und so sahen viele aus.Es sind einfach alle Streckenweise nach vorne gekommen für eine Zufallstüte und die Plakette.

Ob man den Auslöser ermitteln kann, keine Ahnung. Ich habe mit einigen gesprochen, die in der Nähe am Feuer standen. Es kam aus dem Nichts, es wurde kein Auslöser wahr genommen. Aber wir wissen alle, das unsere Pferde als Fluchttier und Herdentier anders reagieren. Da kann ein Stich/ Biss von Biene oder Hirschlaus reichen.

Eine solche Kettenreaktion habe ich selbst noch nicht erlebt, das sich ein Pferd beim Wälzen in die Litze legt und geht, oder beim Satteln, Trensen, Reiter verlieren und einige km später grasend am Wegrand steht, oder neben anderen Pferden. Aber diese Gruppe ließ sich von nichts mehr aufhalten. Egal ob Auto, Zaun oder Menschen.

Gerade das macht mir für die Zukunft Angst. Ich sehe wenig Ansatzpunkte, dass wir eine solche Nacht durch "etwas anders machen" verhindern können. Vielleicht versuchen, die Autos und Gespanne so einzusetzten, dass keine Renngassen durch Paddocks entstehen? Besonders Richtung Ausgang? Wir hatten durch Zufall das WoMo links und mein Bus und Hänger rechts vom Paddock und die vor uns ihr Gespann Quer, so dass ein Art U entstand. Ist die Gruppe deswegen um uns rum Richtung Ausgang oder müssen wir sagen, Danke und Glück gehabt?

Man darf sich auch nicht ausmalen, was noch hätte passieren können. Es gab auf dem Platz 2 kaputte Autos und einen Hänger, aber alle Zelte sind heile. Die Zelte waren zu diesem Punkt schon belegt und eines auch bei mir in der Nähe. das wurde durch das U geschützt.
Die meisten Pferde waren (teilweise die Nacht durch) auf Straßen unterwegs. Es gab keinen Unfall mit fahrenden Autos.
Wir hatten 3 behandelnde TA anwesend/in der Nähe + 1 nicht behandelnder TA. Wir waren auf keinen externen angewiesen.

So konnte an beiden Unfallorten ein TA bleiben und die anderen gefundenen Pferde trotzdem sofort untersucht und behandelt/genäht werden.
Beide verunfallten Pferde wurden fast sofort gefunden und die entsprechenden Besi waren dabei und konnten mit TA reagieren und entscheiden. Auch wenn das andere Pferd mehr Glück gehabt hat als Hadschi, gab es wohl auch um den einen langen Kampf mit Feuerwehr um es befreien und retten zu können. Wäre das erst später gefunden worden...
Wir mussten am nächsten Tag kein Pferd irgendwo liegend finden. Ich hoffe auch, dass sich die letzten beiden erholen und würde mich freuen etwas darüber zu hören.

Was können wir daraus lernen? Wir sollten bereit sein, wenn etwas passiert. Wir werden doch meist nachlässig, da es fast immer gut geht.
- Anziehsachen und Taschenlampe bereit
- mind. Auto Erste Hilfe bereit - ich musste 1x denken. Wollte aber auch nicht ganz ohne los
- Handyakku auch am Ende des Ritts noch einsatzbereit - ich bin mit 8% los, auch bei einigen anderen hat er aufgegeben
- Erstatzhalfter/Strick/evtl Longe dabei. Das man schnell los kann.
- speichert euch Notfallnummern wirklich ein, von allen aus Orga und allen TA. In der Gruppe hatten wir alle Nummern, aber ich glaube nicht jeder hatte alle. Vielleicht sogar immer mit Aushang und einfach Foto machen, oder auf die Streckenkarte. Ob es das gab - keine Ahnung, ich habe nicht drauf geachtet. Ich habe bei der Vorbesprechung nicht nachgefragt und nur bei meiner Streckenbesprechung richtig aufgepasst. Ich war schon so oft da und das Meiste ist wie immer und die TA habe ich auch schon lange eingespeichert. Aber Handynummern ändern sich auch mal. Und da ich 3 TA hatte, habe ich mich nicht um die 4te Nummer, der für mich neuen TA bemüht.
- die Pferde über Nacht nicht alleine lassen, mind. einer da - war hier zum Glück nicht, habe ich aber auch schon erlebt
- Telefonnummer an den Paddocks hätten uns in dem Fall nicht geholfen, die Paddocks waren verstreut. Vielleicht noch an den HÄnger, wenn man das Gelände verlässt oder jemand bitten/Nummer hinterlegen.
- behandelnde TA sind in einen solchen Fall Gold wert
- ob nicht besser alle Paddocks sollbruchstelle haben sollten? Die Pferde hätten sich nicht halten lassen, aber vielleicht schneller beruhigt?
- vielleicht Paddockmaterial nicht zu knapp. Da die teilweise kaputt oder weg waren, brauchten wir schnell Ersatz.

Ich hoffe auch alle anderen konnten nach der Nacht und dem fehlenden Schlaf sich und ihre Pferde heile nach Hause bringen. Ich hoffe auch, dass sich die verletzten Pferde vollständig erholen können. Viel Kraft an Karin, auch ich habe schon einmal ein junges und gesundes Pferd durch einen Unfall verloren und weiß was es heißt.

Auch viel Kraft an Wiebke und Vivien. Eine so schlimme Nacht bei euch, für die ihr nichts konntet. Die haben einen wunderschönen Ritt bei perfekten Bedingungen überschattet. Ich bin Sa so zufrieden ins Bett gegangen, ich hatte einen tollen Ritt mit super Begleitung bei euch - auch Danke an Bernhard dafür und natürlich Heike für das Trossen und Miri für die Pferde. Ohne eure tolle Logistik wäre noch mehr passiert.

Auch fand ich die Hilfsbereitschaft und Teilnahme von allen überwältigend. Zumindest das sollten wir mitnehmen und uns nicht weiter wegen Banalitäten streiten.
Im Moment kann ich mir noch nicht wieder vorstellen, ruhig neben meinem Pferd, auf dem Paddockplatz zu schlafen. Am Sonntag knallte mal eine Hängerklappe, wir sind gemeinschaftlich zusammengezuckt und sofort Richtung Pferde geschaut
Unterwegs mit
Wega: 973km in der Wertung
Stockel: 3918 in der Wertung, 2013 2xBC auf MTR, 2014 erster 120km Ritt und noch mal BC
Lexus: 1181 km, mit 100Meiler Heide
San Tjago: 321 km
Alf: 16km Schnupperdistanz, mal sehen was noch kommt mit dem kleinen

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 11:31

Beitragvon Cira » Montag 14. Mai 2018, 11:31

Sehr guter Bericht der Lage vor Ort, Veronika! So war es...
In memoriam:

Cira: 13.07.1995 - 03.09.2004 tödlich verunglückt

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 11:56

Beitragvon Sigrun » Montag 14. Mai 2018, 11:56

veronika hat geschrieben:Ob man den Auslöser ermitteln kann, keine Ahnung. Ich habe mit einigen gesprochen, die in der Nähe am Feuer standen. Es kam aus dem Nichts, es wurde kein Auslöser wahr genommen. Aber wir wissen alle, das unsere Pferde als Fluchttier und Herdentier anders reagieren. Da kann ein Stich/ Biss von Biene oder Hirschlaus reichen.

Eine solche Kettenreaktion habe ich selbst noch nicht erlebt, das sich ein Pferd beim Wälzen in die Litze legt und geht, oder beim Satteln, Trensen, Reiter verlieren und einige km später grasend am Wegrand steht, oder neben anderen Pferden. Aber diese Gruppe ließ sich von nichts mehr aufhalten. Egal ob Auto, Zaun oder Menschen.

Gerade das macht mir für die Zukunft Angst. Ich sehe wenig Ansatzpunkte, dass wir eine solche Nacht durch "etwas anders machen" verhindern können. Vielleicht versuchen, die Autos und Gespanne so einzusetzten, dass keine Renngassen durch Paddocks entstehen? Besonders Richtung Ausgang? Wir hatten durch Zufall das WoMo links und mein Bus und Hänger rechts vom Paddock und die vor uns ihr Gespann Quer, so dass ein Art U entstand. Ist die Gruppe deswegen um uns rum Richtung Ausgang oder müssen wir sagen, Danke und Glück gehabt? (...)

Was können wir daraus lernen? Wir sollten bereit sein, wenn etwas passiert. Wir werden doch meist nachlässig, da es fast immer gut geht.
- Anziehsachen und Taschenlampe bereit
- mind. Auto Erste Hilfe bereit - ich musste 1x denken. Wollte aber auch nicht ganz ohne los
- Handyakku auch am Ende des Ritts noch einsatzbereit - ich bin mit 8% los, auch bei einigen anderen hat er aufgegeben
- Erstatzhalfter/Strick/evtl Longe dabei. Das man schnell los kann.
- speichert euch Notfallnummern wirklich ein, von allen aus Orga und allen TA. In der Gruppe hatten wir alle Nummern, aber ich glaube nicht jeder hatte alle. Vielleicht sogar immer mit Aushang und einfach Foto machen, oder auf die Streckenkarte. Ob es das gab - keine Ahnung, ich habe nicht drauf geachtet. Ich habe bei der Vorbesprechung nicht nachgefragt und nur bei meiner Streckenbesprechung richtig aufgepasst. Ich war schon so oft da und das Meiste ist wie immer und die TA habe ich auch schon lange eingespeichert. Aber Handynummern ändern sich auch mal. Und da ich 3 TA hatte, habe ich mich nicht um die 4te Nummer, der für mich neuen TA bemüht.
- die Pferde über Nacht nicht alleine lassen, mind. einer da - war hier zum Glück nicht, habe ich aber auch schon erlebt
- Telefonnummer an den Paddocks hätten uns in dem Fall nicht geholfen, die Paddocks waren verstreut. Vielleicht noch an den HÄnger, wenn man das Gelände verlässt oder jemand bitten/Nummer hinterlegen.
- behandelnde TA sind in einen solchen Fall Gold wert
- ob nicht besser alle Paddocks sollbruchstelle haben sollten? Die Pferde hätten sich nicht halten lassen, aber vielleicht schneller beruhigt?
- vielleicht Paddockmaterial nicht zu knapp. Da die teilweise kaputt oder weg waren, brauchten wir schnell Ersatz.


Vielen Dank, Veronika!

Einzige Ergänzung: ich würde gerade "Renngassen" bauen, in der Hoffnung, dass panische Pferde diese auch nehmen und nicht noch x Zelte, Gespanne und andere Paddocks mitnehmen. Wie Du schriebst: Pferde in Panik rennen einfach, egal, was da ist. Umso besser, wenn da dann nichts ist bzw. die Gassen durch die Paddockreihen sie vielleicht noch irgendwie leiten können. Sehr tragisch, sehr schlimm, v.a. wenn man bedenkt, dass es sich um eine der besten Paddockwiesen Deutschlands handelt, riesig groß, fest eingezäunt zur Straße hin und rundherum nur Grün.
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 12:05

Beitragvon CoRa » Montag 14. Mai 2018, 12:05

Danke Veronika!

Jetzt kapiere ich, was da los war. Schrecklich!
Ich denke an den kurzen Moment, den Lille sich in den Paddock gerollt hat - stand erst ruhig zwischen den Litzen und schoß dann panisch los - wurde zum Glück durch ein Trampolin im Weg gebremst. Aber da kam in mir schon Angst auf. Furchtbar, wenn mehrere abhauen in ihrer kopflosen Panik.
Ich drücke die Daumen, dass es den anderen verletzten Pferden gut geht und keine Spätfolgen kommen!
Sehr traurig, dass es nicht alle geschafft haben.


Erholt euch alle gut von dem Schrecken!
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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 12:15

Beitragvon Isi-Heike » Montag 14. Mai 2018, 12:15

Auch bei mir wird es noch lange dauern, bis ich diese Nacht verdaut habe.
Und die Camper haben in Stuck so viel Glück gehabt, deswegen mein Apell an alle: Bitte schlaft nicht in Zelten!

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 13:08

Beitragvon andrea hassel » Montag 14. Mai 2018, 13:08

Vielen Dank für die sachlich-informative und dennoch mitfühlende Berichterstattung. Es ist schrecklich, was da passiert ist und es tut mir sehr leid für alle. Ich wünsche allen Beteiligten und Betroffenen und vor allem der Karin viel Kraft und ein warmes Mäntelchen des Trostes, das hilft, die Erinnerung an das Geschehene zu bewältigen.

Andrea
Angekommen ist angekommen ... :biggrin

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 13:32

Beitragvon Matthias » Montag 14. Mai 2018, 13:32

Danke Vero für den Bericht. Noch ein paar Gedanken dazu:
Erschreckt hat mich das Ausmass der Zerstörungen die aufgetreten sind. Die betroffene Paddocks total zersört, die stabilen Drahtzäune von Angelbecks Wiese einfach weg, 2 Autos stark beschädigt.
Mir wurde auch ziemlich mulmig bei dem Gedanken an die Schlafenden in den Zelten. Wir hatten noch riesen Glück, dass dort kein Pferd reingegangen ist. Also Zelten mit Pferd hat für mich jetzt eine deutlich andere Bedeutung erhalten.

LG
Matthias
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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 14:40

Beitragvon Abas » Montag 14. Mai 2018, 14:40

Das ist ein Super-Gau und Alptraum! Es tut mir wirklich für Karin leid, durch solche Umstände ein Pferd -in diesem Falle sogar ein besonderes Pferd- zu verlieren. Es ist leider so, daß Pferde in Angst, Panik etc. unberechenbar sind und sich durch nichts aufhalten, bis nach panischer Flucht Ruhe einkehrt.
Was bedeutet das für Veranstalter, Reiter und Pferdehalter? Wenn man das Risiko ausschalten bzw. minimieren will, müssen alle Pferde in einen Stalltrakt, wenn der Ritt beendet ist! Wollen wir das, um optimale Sicherheit zu haben?
Andererseits möchte ich nicht Veranstalter, Reiter und Pferdehalter sein, wenn bei einer solchen panikartigen Flucht von Distanzpferden Menschen schwer verletzt bzw. ums Leben kommen und dann bei Ermittlungen der Ursache seitens der Staatsanwaltschaft herauskommt, daß alle Pferde auf E-Zaunpaddocks von ca. 80-100 qm untergebracht waren.
Ich weiß keine Antwort! Es macht mich einfach nur betroffen und traurig!

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Re: Stuck 2018

Mai 2018 14 16:02

Beitragvon RalfBunger » Montag 14. Mai 2018, 16:02

Ein freundliches Hallo an alle.
Es ist sehr traurig, was da passiert ist, zumal ich selber auch mit zwei Pferden bei der Veranstaltung war. Die Stuck Distanz gehört zu meiner am meisten besuchten Veranstaltung. Am Freitag nach dem ersten Ritttag ist mein erfahrener Odin (20 Jahre alt 57 Starts auf Distanzritten) beim wälzen in mein nagelneues Paddocksystem geraten, zum Glück hatte ich gerade keinen Strom an. Der Schaden begrenzte sich somit auf meine eigene Ausrüstung und wir konnten die Pferde "abfangen" bevor sie ausbrechen konnten. Alles reine Glücksache.

Ich habe folgende Gedanken:
Können wir nicht hier im Forum ein eigenes Thema aufmachen: Arbeitstitel Hilfreiche Tipps zur Paddockerstellung, oder was kann eine Veranstaltung zusätzlich "sicherer" machen. Es wurden hier schon sehr viele gute Gedanken erwähnt, wie ich finde.
Es sollte nur nicht dazu führen, dass sich wieder irgendjemand berufen fühlt bei der nächsten JHV diesbezüglich Antäge zu stellen, die es den Veranstaltern dann noch schwerer machen als es alles ohnehin schon geworden ist.
Aber eine Art Empflehlungsliste was hat sich in einer solchen "Krise" bewährt und was vielleicht auch nicht, kann vielleicht für viele Interessant sein.

Ich könnte mir vorstellen dass Wiebke und Vivian in einigen Wochen wertvolle Tipps und Hinweise geben können, nach meiner Einschätzung haben die beiden und Ihren vielen Helfer die Situation beispielhaft gesteuert. Wiebke und Vivian und alle anderen Ihr habt meinen allergrößten Respekt.

Gerne würde ich jetzt aber auch darüber sprechen, dass es wieder einmal eine sehr sehr gute Veranstaltung war. Die vielen Helfer und Tierärzte, ich habe 4 Tierärtze gezählt, die wie immer sehr gute Markierung, die super Orga in den Stopps. Das alles geht mir hier gerade bei aller verständlicher Betroffenheit total unter. Vielleicht mag auch jemand seine gemachten Fotos einstellen.

Sehr schön und interessant war die mobile Pferdewaage, wir haben sie gerne in Anspruch genommen. Das war eine super Idee, gerne wieder.

Bitte versteht mich nicht falsch, ich will hier keine Diskussion abwürgen, aber vielleicht schreiben wir an dieser Stelle über den eigenlichen Ritt.
Das Paddockthema und verhalten bei Notfällen und "Krisen" über führen wir in einen extra Bereich.

Die, die Ihre verletzten Pferde jetzt pflegen müssen drücke ich die Daumen, dass sie schnell und vollstänig gesunden. Die enstandenen Sachschäden lassen sich hoffentlich über die Versicherungen regulieren.
Viele Grüße
Ralf Bunger