Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Rund um Sattel, Trense usw.

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 02 19:53

Beitragvon VA-Reiterin » Freitag 2. März 2018, 19:53

Meiner ist schon immer schief, seit ich ihn habe kenn ich es nicht anders. Er wird regelmäßig osteopatisch behandelt, sein Problem ist, dass er sich in jeder Lebenslange verspannt. Ich arbeite vom Boden an Biegung, Stellung und Muskelaufbau und ebenso im Gelände unterm Sattel. Klappt mittlerweile ganz gut und er wird lockerer. Er ist jedoch hinten einiges höher als vorn und eine gute Hinterhandübung und für den Rücken ist rückwärts bergauf. Mit dem Torsion jetzt wird es immer besser. Jedoch sobald er sich wieder aufregt, wird er wieder fest und fällt in seine Schiefe. Sind bisher meine Erfahrungen.

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 03 09:59

Beitragvon sundance » Samstag 3. März 2018, 09:59

@VA-Reiterin: bei Pferden, die sich so sehr aufregen, dass dadurch eine dauerhafte Schiefe entsteht, gibt es nur eine Lösung: runterfahren! Das ganze System komplett runterfahren! Deutlich zurückschrauben! Bis das Pferd gelernt hat, dass man sich im Leben nicht aufregen muss. Aber das dauert. Oft viele Jahre. "Solche" Pferde würde ich persönlich ganz behutsam behandeln. Nicht reiten. Keine Turniere/Distanzritte. Nix, was "aufregt". Darauf achten, dass Haltung + Herde wirklich passen. Viel Ruhe. Viel Zeit. Viel Physio, um die Verspannungen/Schiefe zu bearbeiten (da hilf Osteo wohl eher weniger). Bei "solchen" Pferden ist erfahrungsgemäß craniosakrale Therapie (für die Seele/Nerven) allerbestens geeignet! Und wenn sie mal vollkommen runtergefahren haben, dann kann man laaaaaaaaaaaaaaaaaaaaangsam + sehr sehr behutsam (!) anfangen, sie wieder aufzubauen. Dazu ist unabdingbar, dass sie 100% iges Vertrauen zu "ihrem" Menschen gewonnen haben. Sonst wird es nie klappen.

Das schreibt eine, die selber schon etliche "solche" Pferde besessen hat. Und alle sind wieder geworden. Aber das kostet den Menschen sehr viel Zeit, Kraft und Energie. Muss man wissen, ob man das (wirklich) investieren will/kann.

@Paxi: das mit der natürlichen Schiefe sehe ich genau so wie Du. Die Studie kenne ich und unterstütze sie. Ich möchte gerne hinzufügen: wenn man Wildpferde beobachtet, so findet man kaum oder keine schiefe Pferde. Also zumindest kann ich mich nicht bewusst daran erinnern, jemals ein schiefes Wildpferd gesehen zu haben. Nirgendwo. Im übrigen findet man bei den Wilden auch keine katastrophalen Hufsituationen, so, wie oft bei den domestizierten Hüs. Aber darum geht es hier ja jetzt nicht. Fiel mir nur gerade so ein.

Grüßlis
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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 04 12:21

Beitragvon ka.ori » Sonntag 4. März 2018, 12:21

Ich hatte schon einen Short and Light von Way out West, allerdings hatte ich da einen schlechten Sattler, der hat versucht, die falsche Seite aufzupolstern. Dann einen W 16-34 von Stefan, der wurde mit 3 Pads aufgepolstern auf der li. Seite. Aber der kippte immer leicht nach hinten. Dann bekam ich von Stefan einen R- 15/32, der lag durch den kürzeren BAum besser, war aber schnell zu eng, sie bekam an der nicht schiefen Seite eine Druckstelle. Dann einen 16-34 mit R BAum, der zwar wieder zu lang und lag schief und kippte nach hinten.... immer Schmerzen in der Lende!
Danach hatte ich Frau Zippold da und ich bin mit dem Equiflex mit 46er Baum geritten, aber auch der ist zu lang und der Schwerpunkt war voll in der Lende (wieder leichtes Verkippen nach hinten).
Letztes Jahr hab ich dann einen Equiscan machen lassen und zwei Kieffer wurden mit dem auch ausgeschlossen, außerdem die beiden letzten Sättel.
Jetzt bekomm ich einen Sommer Spirit...
Sundance, wenn der nicht passt, dann meld ich mich ... oder gibt dann endgültig auf!

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 05 08:31

Beitragvon sundance » Montag 5. März 2018, 08:31

hm, ganz ehrlich verstehe ich nicht, warum erst ein 16/34-er Baum angepasst wurde, dann ein 15/32-er und dann, obwohl klar war, dass Dein Pferd den kürzeren Baum benötigt, wieder ein 16/34-er? Habt Ihr denn als logische Schlussfolgerung nicht einen 15/34-er getestet?

Wenn Dein Pferd zu Problemen/Empfindlichkeiten in der Lende neigt und eigentlich einen 15-er ROC-Sattel benötigt, dann könnte es mit dem Trekker RR u.U. im LWS-Bereich Probleme geben? Das müsstest Du dann wirklich testen.

Ich hab's jetzt nicht auf dem Schirm, aber hast Du schon einmal baumlos getestet?

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 06 18:44

Beitragvon ka.ori » Dienstag 6. März 2018, 18:44

Ganz ehrlich, ich versteh das mit dem Roc selber nicht und ich versuch jetzt mal ganz was anders! Da wäre grad ein 15/34 RE im Ebay zu verkaufen und traum mich nicht, da die letzten 5 Anpassungen ja auch iwie in die Hose gingen :/.
Baumlos wurde mir immer abgeraten wegen zu empfindlichen Lendenbereich.
Den Sommer Spirit hätt ich jetzt zum Testen da, eine Sattlerin kommt bald.

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 06 19:52

Beitragvon polldi » Dienstag 6. März 2018, 19:52

Wenn das nichts wird ist Lunalina hier im Forum ein guter Rat.
Das Argument mit Baumlos und Lende kann ich ja null nachvollziehen.

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 07 07:27

Beitragvon sundance » Mittwoch 7. März 2018, 07:27

ka.ori hat geschrieben:...Baumlos wurde mir immer abgeraten wegen zu empfindlichen Lendenbereich. ...


Hä? Hm? Ich sehe da keinen Zusammenhang :?

Wenn ein qualitativ guter, baumloser Sattel mit korrekt gepolstertem Pad und nicht nach hinten abkippend verwendet wird und Du nicht wesentlich mehr als 60 kg wiegst, dann hast Du gute Chancen, dass es funzen könnte. Wenn es bei baumlos Probs gibt, dann eher im Bereich der Steigbügel-Aufhängung. Und das auch nur, wenn das Pferd tendenziell sehr empfindlich ist und Du viel und lang im Schwebe- oder leichten Sitz trabst/galoppierst.
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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 07 07:59

Beitragvon annie_go » Mittwoch 7. März 2018, 07:59

@Paxi: Ja, sehr interessant. Mein Pferd hatte ein Unfall als Fohlen. Es hat sich mit der Mutter zusammen durch die Boxentür gequetscht. So weit ich weiß war nichts gebrochen, aber massive Weichteilverletzungen. Man sieht es heute noch sehr deutlich. Er hat einen R15/34 roc . Wenn ich mehr reite wird er sofort an der Schulter zu eng. Ich glaube mit einem 36er käme ich gut zurecht. Ich möchte keinen anderen als roc, wenn man die so schön selbst polstern kann nach Bedarf. Musste auch nach den Ritten immer den Osteopathen bestellen. @sundance: Und interessant:Mittlerweile reiten wir ruhiger, weniger, viel Schritt und barhuf. Ich habe ihn erst seit drei Jahren und verstehe jetzt auch warum das beim Einreiten wohl damals schief ging. Vermutlich hatte er einfach Rücken-Aua.

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Re: Das leidige Sattelthema; schiefes Pferd, weit in Rücken reichender Widerrist

Mär 2018 12 18:08

Beitragvon ka.ori » Montag 12. März 2018, 18:08

Baumlos wurde mir abgeraten, weil er wohl das Gewicht nicht so gut verteilt, wie einer mit festem Baum und "schwammiger" sein soll. Inzwischen gibt es so viele gut Baumlose und auch noch viel mehr Schlechte. Genauso wie bei den Kunststoffbäumen, Flexiblen usw. und sofort.

Mit der Schiefe finde ich sehr sehr interessant, was Du geschrieben hast sundance; denn seit ich mein Pferd zuhause selber habe und meine Laufwege habe, außerdem Heuplatz/Wasser und Schlafplatz voneinander getrennt habe, finde ich, dass es etwas besser geworden ist. Wenn ich jetzt noch im Sommer einen kleinen Arbeitsplatz baue, dann habe ich große Hoffnung ;). Ich sehe allerdings beim Dösen immer sehr eingerollt :(.

Seit heut Nachmittag habe ich einen angepassten Sommer Spirit, die Sattlerin meinte, das wäre der perfekte Sattel für dieses Pferd :).... ich bin gespannt!!!