Distanzritt-Ausfälle

Hier kommen abgesagte oder verschobene Distanzritte rein.

Moderatoren: bettina, distanzcheck, Moderator

Benutzeravatar
Sigrun
ForenGuru
ForenGuru
Beiträge: 2557
Registriert seit: Sonntag 8. Februar 2004, 09:19
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 145 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 12 09:58

Beitragvon Sigrun » Samstag 12. Mai 2018, 09:58

Da man inzwischen auf allen MTR-Strecken früher i.d.W. beenden kann, zieht das Argument nicht. Wem daran liegt, "neue LD-Interessierte ... auf diese schonende Weise sich und ihr Pferd an länger Strecken heran(zu)führen", der schreibt einen mittleren MTR aus und kann alle Vorteile bieten, die bisher nur den langen MTR vorbehalten waren.

Für das Erlebnis spielt es keine Rolle, ob die eine Tagesetappe, die man bei km 60 beendet, mit 78 oder 82 Kilometern ausgeschrieben ist. Allerdings verteilen sich die Starter dann etwas anders, weil diejenigen, die ins Langstreckenchampionat wollen, auf dem mittleren MTR nicht starten. Wenn direkt an der Grenze ausgeschrieben wird, wie sonst auch häufig (eine Praxis, die ich überhaupt nicht mag), dann unterscheiden sich die Nenn- und Startgelder nur geringfügig. Allerdings fällt auch der LDR-Zuschuss weg. Aber wenn es um Förderung geht, sollte das ja nicht die ausschlaggebende Rolle spielen :wink: .

Wir müssen die Veranstalter ermutigen, auch kürzere MTRs auszuschreiben, damit neue LD-Interessierte sich und ihr Pferd nerven- und konditionsschonend an längere Strecken heranführen können und offensichtlich müssen wir auch die aktuellen Reglementsverbesserungen noch besser kommunizieren, damit es sich rumspricht, dass man alle MTR mit früherem Beenden ausschreiben darf.

Auf den 5 Tagen im Norden werden jetzt 2 Wettbewerbe ausgeschrieben, die sich nur in der angepeilten Streckenlänge unterscheiden. So können Leute, denen noch die LDR-Quali fehlt, trotzdem am echten Mehrtageserlebnis teilhaben und sich und ihr Pferd schonend und in Gegenwart guter Vorbilder an die lange Strecke heranführen.
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

Abas
Schnellschreiber
Schnellschreiber
Beiträge: 710
Registriert seit: Freitag 23. April 2004, 09:21
Hat sich bedankt: 13 Mal
Danksagung erhalten: 10 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 12 11:51

Beitragvon Abas » Samstag 12. Mai 2018, 11:51

@ Paxi: Top! Sehr gut analysiert! Besser kann man das Dilemma mit dem Qualifizierungssystem nicht beschreiben!
@ Sigrun: Es bringt nichts das Qualifizierungssystem schön zu reden, denn das alte Prinzip des Distanzreitens hat man damit schon kaputt gemacht! Weiter so! :D :lol:

Benutzeravatar
myriell
Insider
Insider
Beiträge: 353
Registriert seit: Freitag 1. März 2013, 00:06
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 12 12:30

Beitragvon myriell » Samstag 12. Mai 2018, 12:30

Man braucht nur drei Ritte (oder Tagesetappen MTR) zu je 61km, um bis 119km (oder lange MTR) nennen zu dürfen.
Das ist doch nun wirklich keine unüberwindbare Hürde..?

Dass es gewisse Nachteile bei der Jugendförderung in rittarmen Gegenden mit sich bringt, sehe ich ein, aber das betrifft hier die allerwenigsten von denen, die sich aufregen. Und Sigrun hat ja bereits erwähnt, dass man Ritte auch qualisystemfreundlicher ausschreiben kann, wenn man ansonsten Einschränkungen für das potentielle Starterfeld befürchtet.

Benutzeravatar
Sigrun
ForenGuru
ForenGuru
Beiträge: 2557
Registriert seit: Sonntag 8. Februar 2004, 09:19
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 145 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 12 22:25

Beitragvon Sigrun » Samstag 12. Mai 2018, 22:25

Für sehr junge Menschen schon, wenn die Eltern oder Förderer nicht extra zusätzliche Ritte machen wollen. Bis letztes Jahr konnte man das Kind einfach mit nehmen und hat es früher i.d.W. als Sieger der Herzen beenden lassen. Jetzt müssten die Erwachsenen auf irgendeinen Ritt fahren, auf den sie normalierweise nicht fahren würden, damit der Nachwuchs sich qualifizieren kann. Das hat ja weniger mit dem Angebot als mit der verfügbaren Zeit zu tun. Gerade wenn es nicht das eigene Kind, sondern eine motivierte RB oder so ist, überlegt es sich der ein oder andere dann schon. Aber sobald sich das ein bisschen rumspricht, werden sicher mehr MTRs mit einem kürzeren Wettbewerb ausgeschrieben.
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

RonjaChara
Newbee
Newbee
Beiträge: 11
Registriert seit: Dienstag 23. Januar 2018, 11:24
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 12 22:43

Beitragvon RonjaChara » Samstag 12. Mai 2018, 22:43

@myriell Doch das ist eine ziemlich große Hürde,wenn einfach nicht so viele Ritte ausgeschrieben sind und man,wie ich,erst in ca 2 Jahren die vollständige Quali erreichen könnte,weil man nicht mehr als ca. 250 km zu Ritten fahren will oder kann! Desweiteren sind das dann deutlich mehr Kosten,die auf einen zukommen.
Dieses ganze Qualiding ist,glaub ich, auf jeden Fall auch Mitschuld an den ganzen Ausfällen!

Benutzeravatar
Sigrun
ForenGuru
ForenGuru
Beiträge: 2557
Registriert seit: Sonntag 8. Februar 2004, 09:19
Hat sich bedankt: 113 Mal
Danksagung erhalten: 145 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 12 22:57

Beitragvon Sigrun » Samstag 12. Mai 2018, 22:57

"Die ganzen Ausfälle"? Sind bisher einer in S.H., Zweit-Veranstalter, die sich nicht entmutigen lassen. Was in Nds derzeit ausfällt, liegt an der Druse in Stuhr und daran, dass einige Ritte angekündigt sind, von denen man schon erwartet, dass sie nicht stattfinden, weil sie auch letztes Jahr angekündigt, aber nicht mal ausgeschrieben wurden.

Distanzreiten ist ein Ausdauersport, sowohl was die Anfahrtswege als auch das Erfahrung sammeln angeht. Der Weg auf die lange Strecke dauert auch für den Reiter so seine 4-6 Jahre ;-) Mindestens.
"Nicht das Reitsystem als solches ist ausschlaggebend, ob sich die Reiterei auf einem Wellenberg oder in einem Wellental befindet, sondern ausschließlich die Art, wie es vom Menschen gehandhabt wird. (Kurt Albrecht)

Lollypop
Super Poster
Super Poster
Beiträge: 109
Registriert seit: Samstag 24. Juni 2017, 13:09
Danksagung erhalten: 5 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 13 02:26

Beitragvon Lollypop » Sonntag 13. Mai 2018, 02:26

Ich als Distanzneuling (bin erst zwei EFR geritten) finde das Qualisystem in Ordnung. Es baut doch alles gut und logisch aufeinander auf. Ich denke die absoluten, nennen wir sie mal liebevoll Streber und Sportfanatischen, ist es keine große Hürde. Die haben ein Ziel, trainieren sehr intensiv dafür, sind auch sicher bereit Hürden dafür zu nehmen, was Entfernung und Abstände zu den entsprechenden ausgeschriebenen Turnieren betrifft, und kämpfen sich vorran. Es wird sich bis zum gesteckten „Heren“ Ziel die Spreu vom Weizen trennen und das ist ja auch richtig so und gewollt. Und für alle anderen, die wie ich, nur gut trainiert bis zum MDR kommen wollen ist das Qualisystem erst recht nicht schwer zu meistern, da nun wirklich genug angeboten wird. Und ich finde man sollte auch unbedingt offizielle Wettkämpfe als Trainingsritte nehmen weil nur die mit ihrem ganzen drum herum und Prozedere (Transport, fremde Umgebung,unbekannte Böden Aufregung...) dafür sorgen das auch die Psyche von Reiter und Pferd daran wachsen und sich Routine und Ruhe einstellt. Und das kann dann am Ende bei den langen ritten ja nur von Vorteil sein,bzw. ist Ausschluss Kriterium. Lg Jule, die sich auf ihren nächsten „Trainings-EFR“ freut, weil es für mich immer „nur“ Hobby bleibt, mit dem Willen ab Start zu gewinnen ;-)

Paxi
Schnellschreiber
Schnellschreiber
Beiträge: 923
Registriert seit: Dienstag 31. Januar 2012, 13:32
Danksagung erhalten: 27 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 13 07:53

Beitragvon Paxi » Sonntag 13. Mai 2018, 07:53

"Spreu vom Weizen trennen" können war in den letzten Jahrzehnten eher nicht das vorrangige Ziel der meisten Distanzbegeisterten, die zu einem großen Teil die konventionelle Reiterei hinter sich gelassen haben und eben nicht diesem etwas schlichten Denken anhängen, erfolgreiches Reiten bedeute, "gegen Konkurrenten geritten" und "besser" als sie gewesen zu sein. Der etwas andere Sportbegriff, der sich in der Langstreckenszene herausgebildet hat, sieht jahrelanges gutes Ankommen mit gesundem Pferd, der jeweiligen Leistungsfähigkeit angepasstes Reiten, Kooperation auf der Strecke u.ä. als wichtiger an.

Lollypop
Super Poster
Super Poster
Beiträge: 109
Registriert seit: Samstag 24. Juni 2017, 13:09
Danksagung erhalten: 5 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 13 08:10

Beitragvon Lollypop » Sonntag 13. Mai 2018, 08:10

Ja natürlich, da gebe ich dir vollkommen recht, man kann auf viele Jahre nur gut (und damit meine ich genau das:gesundes Pferd, in der Wertung, gute Werte) ja nur sein wenn man gut trainiert und vorbereitet ist. Und dafür meine ich ist das Qualisystem meiner Meinung gut geeignet. Und es ist doch schon so, das bestimmt die meisten der Starter bei einem Ritt ihn sicher gern möglichst gut beenden wollen. Natürlich immer vorausgesetzt das es dem Pferd dabei gut geht. Aber das sollte ja wohl nicht weiter erwähnt werden müssen, und selbstverständlich sein. Ich bezweifle stark das die ganz guten Teams, die LDR auf championaten oder WM‘s beginnen und nicht hoffen den 1.,2., oder 3. Platz zu belegen. Und ich verstehe gar nicht warum du von konventionell sprichst, denn jedes Pferd sollte doch gut Dressurmässig geritten sein, kleine Sprünge bewältigen können etc. Alle Pferdesportdisziplinen sind doch und sollten auch kombinierbar sein. Oder?! Liebe Grüße, ein schönen sonnigen Sonntag euch allen :-)

Benutzeravatar
myriell
Insider
Insider
Beiträge: 353
Registriert seit: Freitag 1. März 2013, 00:06
Hat sich bedankt: 15 Mal
Danksagung erhalten: 33 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 13 09:28

Beitragvon myriell » Sonntag 13. Mai 2018, 09:28

Ja, Sigrun, ich schrieb ja, dass ich einsehe, dass es gewisse Nachteile in der Jugendförderung mit sich bringt.

Vielleicht ist ein Antrag à la "Führerschein mit 17" denkbar, der besagt, dass Jugendliche in ständiger Begleitung eines verantwortlichen Erwachsenen mit Qualistufe 3 eine höhere Qualistufe nennen dürfen, als sie selbst besitzen.

Dennoch könnte man viele LDR mit früherem Beenden idW. auch als Aufsteigerritt auf LDR ausschreiben. Nach aktuellem Stand des Reglements ginge sogar ein Aufstieg von KDR auf LDR, wie im angegebenen Beispiel von 60 auf 90km oder mindestens von 54 auf 81km.

Benutzeravatar
christiane
HopTop
HopTop
Beiträge: 1490
Registriert seit: Sonntag 8. Februar 2004, 15:16
Hat sich bedankt: 7 Mal
Danksagung erhalten: 6 Mal
Status:
Offline
Kontaktdaten:

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 13 11:05

Beitragvon christiane » Sonntag 13. Mai 2018, 11:05

So anständig sollte man schon sein, dass man mit Nennung -auch wenn man nicht erscheint, bezahlt. Pfui, wer nicht. Für den nächsten Ritt sperren oder Strafgeld aufschlagen.

Ich betreue dieses Jahr einen Springreiter, da kommt das Theater gar nicht auf, weil über nennung-online genannt wird. Herrlich simpel, in der Ausschreibung ist alles nachzulesen, abends die Ergebnisse online. Ich bin begeistert!

Dabei ist mir aber aufgefallen, dass es ganz schön wenig Springprüfungen gibt im Gegensatz zu Distanzritten! Erstes nimmt immer mehr ab sein ein paar Jahren, zweites nimmt zu!
Gruß Christiane
Trainer Reiten als Gesundheitssport und Distanztrainer, Zusatzquali Bodentrainer
Soviel ausprobiert und es gibt immer noch Sahnehäubchen!

Benutzeravatar
HeSu
Schnellschreiber
Schnellschreiber
Beiträge: 506
Registriert seit: Sonntag 8. Februar 2004, 00:12
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 5 Mal
Status:
Offline

Re: Distanzritt-Ausfälle

Mai 2018 13 13:42

Beitragvon HeSu » Sonntag 13. Mai 2018, 13:42

Dabei ist mir aber aufgefallen, dass es ganz schön wenig Springprüfungen gibt im Gegensatz zu Distanzritten! Erstes nimmt immer mehr ab sein ein paar Jahren, zweites nimmt zu!


Das gilt vielleicht für Niedersachsen, aber nicht für das Rheinland ... . Hier gibt es seit Jahren nur noch 3-4 Veranstaltungen und alle im Umkreis von ca. 70 km in vergleichbarem Gelände. Eigentlich ist das Rheinland aber größer.

Meine Veranstaltung gibt es nicht mehr, weil
- nach Jahren des Ausgebucht-seins ( ausgeglichener Haushalt ), plötzlich die Spät-Nennungs-Manie begann und ich mir keine roten Zahlen leisten kann;
- höhere Kosten für Genehmigungen, die spätestens 9 Wochen vor dem Ritt auch bezahlt werden müssen.
- der Startplatz immer schlechter wurde und kein neuer zu finden war ( landwirtschaftlich sehr stark genutztes Gebiet, Reitbetriebe wollen sich ihre eh schon kleinen Weiden nicht zerfahren lassen );
- kaum Helfer aus Distanzkreisen zu motivieren waren, ehrenamtlich vor ( z.B. Markierung ) und bei der Veranstaltung zu helfen ( Budget ließ leider keine finanzielle Entschädigung zu ). Und das hiesige Team aus eigentlich Distanzfremden Helfern war nach 13 Jahren auch müde ... .

All dieses hat mir den Spaß am Distanzritt veranstalten vermiest ... .
Anfänglich habe ich tatsächlich Kraft aus dem Veranstalten und dem "Miteinander etwas bewegen" gezogen. Später ist dieses "Miteinander" verloren gegangen, vielleicht auch aus persönlichen aber sicher auch aus gesellschaftspolitischen Gründen.
Ich komme mit dieser modernen "bedient werden wollen" - Mentalität nicht ganz so klar ... .