"Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

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greenorest
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"Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jun 2016 30 12:21

Beitragvon greenorest » Donnerstag 30. Juni 2016, 12:21

Hallo,

mein Shetty kommt während des Rittes stets problemlos und schnell mit dem Puls auf unter 64. Nun hatte ich es allerdings schon mehrfach, dass der Puls in der NU nach 2 Stunden noch 56, 60 oder 64 war. Rat der Tierärzte: Pony nicht zu warm stehen lassen, vor der NU noch ein bisschen kühlen oä. Dies funktioniert halbwegs, aber Pulswerte von <50 erreichen wir auch so nicht.
Den niedrigsten Puls, den ich bisher gemessen habe, beträgt 44 (kühles Wetter, Pony steht ruhend auf dem Paddock, keine Belastung vorher).
Ist eine leichte Erhöhung des Pulses längere Zeit nach Belastung ok (und fällt hier nur auf, weil der Ruhepuls des Ponys höher ist als von Vollblütern) oder ein Hinweis auf ein Problem? Wenn ein Problem, was kann man tun?

Gruß Tina
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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jun 2016 30 13:39

Beitragvon miriam8607 » Donnerstag 30. Juni 2016, 13:39

Ich kenn es von meinen gerittenen Shetty auch nur so, dass ich ihn zu warm einpacke. Allerdings: Zu kalt ist auch wieder blöd, nach großer Anstrengung zittert er schnell.
Wenn du zuhause viel Puls misst, dann teste doch mal 1h nach einer leichten Runde, 1 h nach einer mittleren Runde... wie lange braucht er denn zum Beispiel nach einer langen Strecke in Galopp, bis er wieder auf 64 ist?
Insgesamt sind Shettys einfach Wärmeanfälliger: Kurze Beine, dichtes Fell, dichtes Langhaar, ohne Wind bekommst du die ja fast nicht gekühlt, da müsste man fast einen Ventilator unters Pony stellen.
Aber auch bei denen kommt irgendwann der Punkt, wo der Kreislauf deutlich trainierter ist. Bei uns jetzt in der dritten Saison: Ruhepuls wird niedriger, Pony vom Kopf her DEUTLICH lauffreudiger.

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jun 2016 30 15:10

Beitragvon polldi » Donnerstag 30. Juni 2016, 15:10

Gibts unter Pferden vielleicht auch einfach "Hochpulser"?

Ich selbst habe einen Puls von 130, wenn ich mein Mountainbike aus dem Keller schiebe.
Während der Fahrt komme ich nie unter 160/180, unterhalte mich dabei aber noch locker flockig.

Warum sollten Ponys das nicht auch haben? :wink:
(Wenn es ihm eben nicht zu warm sein kann.)

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jun 2016 30 17:04

Beitragvon Rennsemmel » Donnerstag 30. Juni 2016, 17:04

Wie hoch ist denn der Ruhepuls?
Gruß von Doro mit neuem Motto:

wer den Weg kennt, braucht kein schnelles Pferd.

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jun 2016 30 21:13

Beitragvon Kerstin2 » Donnerstag 30. Juni 2016, 21:13

Kingston hat seit er startet immer einen ruhepuls zum einpennen und in der nu so gut wie immer 52 . Da mache ich mir mehr sorgen, wenn das mal nicht so sein sollte. Unabhängig von der anstregung auf den verschiedenen ritten und trainingszustand. Ich denke, Shettys sind da einfach etwas anders zu bewerten als zb Araber.
Mit einem pony ist es meistens auch unsinnig es zum runter kommen zu führen. Stehen bleiben und ohmmmm, ist da das beste und das kann man ja auch nicht unbedingt auf große Pferde übertragen
7. Glandorfer Windmühlen Ritt am 8.-9.10!☺

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jul 2016 01 08:57

Beitragvon Paxi » Freitag 1. Juli 2016, 08:57

Meine Welsh-Polin hat Jahre gebraucht, um verlässlich akzeptable Atemwerte zu entwickeln - die wurden damals noch mitgewertet. Ihr Ruhepuls war erst im deutlich zweistelligen Alter unter 40, aber selten. Wie sehen bei deinem Lütten denn die Atemwerte aus?

Der üblicherweise angenommene Zusammenhang von guter Isolierung bei den Robusten und höheren Werten und umgekehrt höherer Sauerstoff-Aufnahmefähigkeit bei Arabern erklärt nicht immer alles; die o.g. Stute hatte kein nennenswertes Unterhautfettgewebe, normale Bepelzung bzw. im Sommerhalbjahr sehr feines Fell., dazu vermutlich einen ox-Anteil. (Umgekehrt gab es da die Fjorddame Bisca, die für ihre Statur ordentlich Pulswerte bei hohem Tempo und auch höheren Temperaturen hatte.)

Ich neige auch zu der Annahme, dass es, wie bei Menschen, individuelle Unterschiede gibt. Und dass mit den Jahren (bei regelmäßiger Bewegung) der Ruhepuls sinkt. Ein Isireiter (der als Arzt mit Gelassenheit damit umging), hatte selbst einen Ruhepuls von 44 und konnte bei seinen Distanzz-Plüschis die Absenkung auch beobachten, oft aber erst im mittleren Alter.

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jul 2016 01 11:19

Beitragvon sangi02 » Freitag 1. Juli 2016, 11:19

Andersherum bei meinem einen arabi ... Laufwerke um 50 - 60 , Ruhepuls im 40 er Bereich , dafür auch ganz schnell mal 80 in der nu , weil es so aufregend ist mit vielen fremden Pferden und er mit dem umschauen gar nicht nachkommt ... So what ? Solange wir Spaß haben , ist es mir ziemlich egal , da ich weiß , warum das so ist .
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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jul 2016 17 21:38

Beitragvon Entayaa » Sonntag 17. Juli 2016, 21:38

Wir haben das bei warmen oder schwülen Wetter auch. Nachdem ritt kam ich z.b mit 56 rein und in der NU hatte er 54. Er ist ein knabstrupper im barocken Typ aber immer total gelassen. Die Tierärztin sagte mir dass die Muskeln nachdem ritt im stehen anfangen zu durchbluten und der ganze Körper Sauerstoff bekommt. Ja klar im laufen auch aber wenn sie zur ruhe kommen geht's dann richtig los. Bei meinem sieht man auch die Adern dann. Aber immer erst nachdem ritt in der ruhephase und somit kommt oft der Puls nicht so weit runter. Da der Körper ordentlich arbeiten muss

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Dass mir mein Pferd das Liebste sei sagtest du "oh Mensch sei Sünde" doch mein Pferd blieb mir im Sturme treu, der Mensch nichtmal im Winde.

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jul 2016 17 22:27

Beitragvon Saphira » Sonntag 17. Juli 2016, 22:27

Hmm; klingt auf den ersten Blick logisch; Allerdings scheint das nicht immer zuzutreffen: Wir hatten in der NU (wetterunabhängig) oft Ruhepuls-Werte (~ 40). Und das trotz Robustpony mit 0% Blutanteil und sehr großflächiger Bemuskelung!

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Re: "Höherer" Puls in der Nachuntersuchung - Bedeutung

Jul 2016 18 07:34

Beitragvon Paxi » Montag 18. Juli 2016, 07:34

Recht aussagekräftig ist der HRRI (Heartrate recovery Index), auch Ridgeway Trot. Alleridngs wird der eher auf der Strecke eingesetzt, um Hinweise auf eventuelle Verletzungen oder allg. metabolsche Probleme zu bekommen. Dürfte aber am Ende einer Leistung oder auch deutlich später ebenso funktionieren. Wenn der Puls bei der zweiten Kontrolle höher ist als bei der ersten, wäre an so etwas zu denken.

Wir kennen den "stehenbleibenden" Puls ja auch von Menschen. Einer meiner heißesten Ritte war z.B. ein recht kurzer im Sauerland. Pferd regenerierte nach 60 km Auf und Ab bei deutlich ü60° imZiel gut, aber mein Puls blieb bei 90 stehen. Das änderte sich auch nicht durch leichte Bewegung und Wasser innerlich (hilft sonst immer). Schließlich stand ich mit einer anderen Reiterin viele Minuten in einer Wasserbütt - auch dies ohne Efolg. Oder: Nach ausgiebigem Nachtmahl (übliche Völlerei uf Feuerkreisritten) bleibt der Puls, der sonst unter 60 geht, deutlich drüber. Das Blut, das für die Verdauung benötigt wird, steht den Muskeln nicht zur Verfügung, ebenso der dadurch (nicht) transportierte Sauerstoff.

(Heftiger erwischte es eine Reiterin, die nach dem Ritt wie alle anderen mit einem Schluck Sekt empfangen wurde. Sie schluckte wohl mehrmals und sank in die Arme des Sektausschenkers.) Normalerweise peppt eine kleine Menge Alkohol nach Anstrengung ja eher ... Wäre aber sicher auch nix für Ponys.)