Fragen über Fragen

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Ramses2003
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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 09 16:35

Beitragvon Ramses2003 » Donnerstag 9. Februar 2017, 16:35

Unbeliebt machst du dich damit sicher nicht :) Ich bin ja nicht hier damit mir jemand was vorlügt und freue mich daher über ehrliche Antworten.
Im nächsten Jahr werde ich sowieso nicht dazu kommen, das irgendwie wettkämpfmäßig zu betreiben, daher bleibt es erstmal ohnehin beim freizeitmäßigen Reiten.

Mit dem Sattel habe ich mich wirklich viel auseinander gesetzt, ich denke behaupten zu können dass der passt und nicht stört (außerhalb vom Wald ist auch alles gut), gebe dir aber vollkommen recht, der Sattel ist ein furchtbares Thema.

Meine Überlegung war lediglich, dass ich in der Zeit, die es bei ihm mit dem Reiten noch funktioniert, irgendwie geistig auslasten und eine neue Aufgabe geben möchte. Da ist er recht vollbluttypisch und will beschäftigt werden.
Da hier aber ja begründete Zweifel und auch Erfahrungen geäußert wurden, werde ich mich wohl langsam und vorsichtig rantasten und ausprobieren, sodass es ihm nicht zu viel wird (was ich ja aktuell auch mache). Allgemein ist für den Rücken glaube ich alles besser als Dressurreiten :D (als kurzes Pferd, aussitzen, Versammlung etc., so meinte zumindest der Klinikarzt)

Deshalb danke für die ehrlichen Meinungen und Hinweise :)

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 09 16:50

Beitragvon Ramses2003 » Donnerstag 9. Februar 2017, 16:50

Okay also eigentlich hatte ich schon geantwortet, hat aber wohl irgendwie nicht funktioniert. Daher jetzt nochmal:

Also mit ehrlichen Antworten macht sich sicher keiner unbeliebt, sollte zumindest so sein meiner Meinung nach. Ich habe ja nichts davon, wenn die Antwort mir einfach nur in allem zustimmt :)

Ich bin auf jeden Fall auch der Meinung, auf keinen Fall mehr machen zu wollen, als er schmerzfrei kann und will. Solange er noch reitbar ist, ist denke ich alles besser als Dressurreiten (meint in dem Zusammenhang Pferd kurz machen, aussitzen, Versammlung, so meinte zumindest der Klinikarzt).
Meine Überlegung war, etwas zu finden, was er noch gut kann, womit ich ihn aber trotzdem geistig auslasten kann (Da ist er ein bisschen Vollbluttypisch und will durchgehend beschäftigt werden. Also ich denke es ist Vollblut typisch, bei mir im Stall stehen sonst nur Warmblüter :D )
Dieses Jahr könnte ich da eh noch nicht viel reißen, einfach schon aus Zeizgründen, daher kann ich mich ganz langsam rantasten, was geht, bzw wie lange überhaupt noch was geht.
Ich nehme die Antworten hier sehr ernst, und bin deshalb jetzt erst recht vorsichtig :)

Und zum Sattel, ich habe zwischendurch auch einmal den Sattler wechseln müssen, gebe dir da aber Recht, Sattel ist Nervthema Nummer 1.
Meinen Sattler jetzt finde ich da sehr gut, habe mich auch so gut es geht damit beschäftigt und denke der Sattel passt. Er ist auch nur im Wald so aufgeregt. Ganz sicher kann ich natürlich nicht sein, bin ja selbst kein Sattler :D
Auf dem Stoppelfeld ist er auch so, vielleicht teste ich da mal im Sommer wie es an der Hand ist. Alles in allem ist er aber brav, wirklich nur aufgeregt, denke wenn ich andere Gründe ausgeschlossen habe kann man da gut mit ihm üben :)

Also in jedem Fall tausend Dank für ehrliche Antworten, das hilft mir wirklich sehr :)

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 09 17:51

Beitragvon schwalbe » Donnerstag 9. Februar 2017, 17:51

Evtl wäre es eine Überlegung wert, ihn parallel einzufahren (bzw. einfahren zu lassen).
Es gibt auch Distanzfahrten. Allerdings finde ich, dafür sollten Pferd und Fahrer wirklich souverän unterwegs sein, sonst wirds gefährlich zwischen den Leuten und Pferden. Aber ich kenne einige Pferde die nicht mehr reitbar sind aber noch lange zufrieden an der Kutsche / dem sulky gehen.
Du könntest ihn auslasten, er hat was für den Kopf und du musst ihn nicht gleich auf die rentnerweide schicken, wenn der Rücken unterm Reiter Probleme macht.

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 09 21:23

Beitragvon Rennsemmel » Donnerstag 9. Februar 2017, 21:23

Das Interieur dieses Pferdes hört sich allerdings jetzt nicht unbedingt nach einem guten Fahrpferd an...

gesendet von smartfön mit kreativer groß-, klein- und überhaupt-schreibung.
Gruß von Doro mit neuem Motto:

wer den Weg kennt, braucht kein schnelles Pferd.

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 09 21:43

Beitragvon schwalbe » Donnerstag 9. Februar 2017, 21:43

Hm, mag sein. Schwer zu beurteilen, so aus der Ferne.

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 09 23:31

Beitragvon Ramses2003 » Donnerstag 9. Februar 2017, 23:31

Hört sich auf jeden Fall nach einem guten Vorschlag an (mal so ganz grundsätzlich :D ).
Ich werde wohl mal drüber nachdenken, ob ich das versuchen möchte, spätestens wenn er dann wirklich nicht mehr reitbar ist. Und dann auf jeden Fall einen Fachmann befragen, was er so davon hält, ob das Sinn macht mit ihm. Vielleicht ist bis dahin auch das Problem verarbeitet :)

Bin auf jeden Fall sehr froh, dass es Aussicht auf Alternativen gibt (eventuell)

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 08:53

Beitragvon sundance » Freitag 10. Februar 2017, 08:53

soooo, dann von mir jetzt auch noch ein ehrliches Statement.

Kommt auf den Grad der KS an. Es gab mal ein hochkarätiges Sportpferd, das mit KS-Diagnose noch sportlich in den oberen Klassen unterwegs war. Wichtig ist: gutes, korrektes Reiten. Dressur = Gymnastik = zwingende Voraussetzung, für gut + korrekt ausgebildete Muskulatur, incl. Rückenmuskulatur. Darüber hinaus: vorwärts - abwärts, vorwärts - abwärts, vorwärst - abwärts. Immer und in jeder Situation. Absolute Gift für KS-Pferde ist: Rücken-weg-Kopf-hoch

Die Aussage, Freizeitreiter würden im Gelände nicht korrekt (i.S. von v/a) reiten, halte ich für sehr fragwürdig. Wenn dem so sei, dann sollte man da anfangen.

Was für eine Rasse ist Dein Pferd denn?

Diese Unruhe........ hmmm......... als absoluter Vollblutmensch (früher englische VB, heute arabische :biggrin ) kann ich mit Sicherheit sagen: auch ein VB kann sehr ruhig und entspannt am langen Zügel gehen; sowohl im Gelände als in der Bahn. Wenn mal ein Säbelzahntiger im Gebüsch sitzt, dann regen sie sich auf, stimmt. Aber irgendwann ist wieder Ruhe im Laden; bei den englischen VB später, bei den arabischen früher. Dass Dein Wallach grundsätzlich unruhig ist, hat ganz sicher andere Gründe als sein möglicher Blutanteil. Mögliche Gründe könnten sein:

1. Schmerzen
1.1. Sattel
1.2. KS
1.3. Hufe
1.4. sonstige Schmerzen
2. Unerzogen
3. mangelndes Vertrauen in Dich
4. Rittigkeitsproblem
5. wenig ausgelastet
6. Haltung
7. Fütterung
7.1. zu viel
7.2. zu wenig (Unterversorgung kann auch zur Hibbeligkeit führen)
7.3. das falsche Futter
8. Herdenkonstellation

Noch was???? Habe ich jetzt alles aufgezählt???

Fazit:

1. die Ursache für die Unruhe klären; hierbei musst Du sehr ehrlich zu Dir selber sein
2. Unruhe abstellen
3. Muskulatur korrekt aufbauen: Gymnastik; laaaangsam und sukzessive
4. laaaaaaaaaaangsam an das Distanzreiten herantasten; Wurzl hat ja erklärt, wie das mit der km-Leistung aussieht. Das wäre doch ein guter Anfang: schau' mal, wie er bei 40 km/Woche auskommt, und zwar bevor Du einen Ritt gehst und ohne Wettkampfsituation. Ganz gemütlich zu Hause in Eurem gewohnten Umfeld.

Zu Bedenken gebe ich: die Pferde sind auf einem Ritt anders drauf als zu Hause. Überlege seeeehr sorgfältig, ob ihm das hinsichtlich KS nicht doch eher schadet als dass es ihm nützt.

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 09:05

Beitragvon CoRa » Freitag 10. Februar 2017, 09:05

Vielleicht sollte man erst mal mit einem gesunden Pferd Erfahrung auf DR sammeln.
sundance hat alles ausführlicher beschrieben als ich, aber nicht das Anders sein auf einem Ritt. Manchmal erkannt man sein Pferd nicht wieder.
Und es ist nicht alles Friede Freude Wanderreiten da.
Du musst damit rechnen, das an dir vorbei gebrezelt wird, dein Pferd mit will, idR heißt das Rücken weg, Kopf oben - bei deinem Pferd vermutlich Schmerzauslösend.
Reitest du in der Gruppe, zieht dein Pferd mit, evtl. auch über den Schmerz hinaus.
Ich bin da anderer Ansicht - man muss nicht mit jedem Pferd auf DR, nur, weil es da irgendwo ein Positivbeispiel unter vielen tausend anderen gibt, ein Urlaub mir Erkundungsrunden ist auch schön. Da steht auch nicht der eigene Ehrgeiz dazwischen, wenn man heute doch absteigen und zu Fuß zurück muss. Das drum herum bei einem Ritt geht auch auf die Pferdenerven.
Meine beiden OL, stark Vollblutversetz und durchgeschlagen, Typ 2 arabische.
Bei mir braucht 2) nach Erregung von Ärgerniss länger ;-)
Beide ließen sich anstecken von meiner UND der Aufregung anderer.
Für mich liest es sich, als hättest du keine Ritterfahrung. Die solltest du erst mal sammeln, dann ehrlich auf die Möglichkeiten deines Pferdes schauen.

Ich finde es ehrlich toll, dass du dich damit auseinandersetzt und dein Pferd nicht einfach als Beisteller irgendwo allein lässt!
Das kenn ich auch anders. Super!

Gruß
Conny

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 10:18

Beitragvon Ramses2003 » Freitag 10. Februar 2017, 10:18

Also er ist ein Trakehner, Vollblut Anteil ist nicht so furchtbar hoch, seine Oma War Vollblut. Meiner unfachmännischen Meinung nach ist der Anteil aber deutlich merkbar. Oder zumindest merkbar, ist vielleicht ne Frage der Definition.

Also auf normalen Turnieren ist er die Ruhe selbst, der Turnierrummel an sich stört ihn nicht ( mit normal meine ich Dressur/Springen, war vielleicht der falsche Ausdruck :D )

Ich nehme auf jeden Fall alle Tipps an, werde mich langsam rantasten, gucken was geht. Wie er sich mit Gruppen verhält, wenn andere schneller sind etc lässt sich ja auch so ganz gut vorsichtig ausprobieren :)

An der ganzen Muskulatursache sind wir dran, denke Schmerzen durch die Kissing Spines sind nicht der Grund für die Unruhe, also bzw nicht nur, das ist nämlich schon sehr viel besser geworden seit der Diagnose und dem Rückentraining. Also sie waren sicherlich Teil davon, aber was das betrifft sind wir vorerst auf einem guten Weg :)
Aber trotzdem vielen vielen Dank für die Liste mit möglichen Gründen, die werde ich auf jeden Fall Schritt für Schritt durchgehen und dann sehen was ich tun kann. Er nimmt allgemein sehr schwer zu, kriegt deshalb extra Built up Müsli (zusätzlich), aber da werde ich vielleicht trotzdem mal lesen was genau drin ist, auf den Nährwert bezogen.
Und mal sehen wie weit unsere normale Ausreitstrecke ist :)

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 10:46

Beitragvon sundance » Freitag 10. Februar 2017, 10:46

CoRa hat geschrieben:...aber nicht das Anders sein auf einem Ritt....


ich habe es angedeutet weil ich der Meinung bin, dass alles Weitere an dieser Stelle deutlich verfrüht wäre. Schau' mal hier:

sundance hat geschrieben:...Zu Bedenken gebe ich: die Pferde sind auf einem Ritt anders drauf als zu Hause. Überlege seeeehr sorgfältig, ob ihm das hinsichtlich KS nicht doch eher schadet als dass es ihm nützt...


@Ramses: ein Traki :D ...... boah, ich liebe Trakis. Mein Großvater hat Trakhner gezüchtet. Tolle, aber in der Tat nicht ganz "einfache" Pferde.

...extra Built up Müsli (zusätzlich)...


zusätzlich zu was? Was bekommt er sonst noch?

"Built up" klingt nach [künstlichem] Muskelaufbau? Klingt nach "Zeugs", das das Muskelwachstum "künstlich" anregt. Da wäre ich vorsichtig. Auch bei Müsli wäre ich vorsichtig. Deutlich ausgedrückt: ich lehne Müsli ab. Vorausgesetzt, das Pferd ist ansonsten gesund: lieber hochwertiges Heu ad lib (!), evtl. noch Heucobs, zzgl. hochwertiges MiFu zzgl. Hafer zzgl. korrektes Reiten :arrow = gesündeste/sinnvollste Form des Muskelaufbaus :wink:

Wie sieht es eigentlich mit dem Zahnstatus aus?

Wie ruhig/unruhig ist er sonst? Im Stall, am Putzplatz, in der Herde, am Futtertisch etc.pp.?

Und auch von mir ein groooooooßes Lob, dass Du dich schon im Vorfeld mit der Thematik auseinander setzt und nicht erst dann, wenn das Kind möglicher Weise schon in den Brunnen gefallen ist.

Viel Erfolg!
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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 11:05

Beitragvon Ramses2003 » Freitag 10. Februar 2017, 11:05

Also das Müsli ist laut Beschreibung mit viel Rohfaser und Fett/Öl, und soll bei korrekter Arbeit helfen Muskeln aufzubauen (und auch allgemein zuzunehmen). Er War als ich ihn bekommen hab sehr dünn und hat auch kaum zugenommen, Blutwerte etc waren aber okay, da dachten wir er braucht eben mehr. Haben verschiedenste Sachen durchprobiert, Rübenschnitzel mag er nicht; Mais hat nicht geholfen. In dem Müsli ist beides auch drin, aber eben auch nocj Rohfaserkram und so. Die Beschreibung klingt für mich, als würde es dem Muskel geben was er braucht zum Wachsen (und dem Rest vom Pferd Kalorien, zugegeben). Werde da aber nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Sonst bekommt er dreimal täglich Heu, und Hafer, kann jetzt nicht genau sagen wie viel, wir haben diese Futterbecher, wie so Messbecher, keine Schaufeln, kriegt er 4,5 am Tag, als 1,5 pro Mahlzeit, habe das nie gewogen, eher ausprobiert. Sonst noch Möhren, ein bis zweimal die Woche Mash (stinknormales, mir Getreide).
Werde mich auf jeden Fall mit der Physio nochmal zusammensetzen, sie hat auch Ernährung in der Ausbildung gehabt, um die Liste mit Ursachen abzuarbeiten und hoffentlich was zu finden, was man verbessern kann.

Sonst im Umgang ist er nicht nervös, er lässt sich nicht anbinden weil schlechte Erfahrungen, er hat sich ein paar Mal aufgehangen und sich das gemerkt. Stellt man in aber anders herum, als mit dem Kopf zum Raum und nicht zur Wand, in den Putzständer, ist er ruhig. Sonst beim Reiten, also auf dem Platz/ in der Halle, würde ich ihn schon als lauffreudig bezeichnen, aber nicht als unruhig oder nervös. Er wird schonmal unaufgefordert schneller, aber nicht unkontrolliert und auch nicht durch wechseln der Gangart, auch nicht nervös oder anderes. Einfach weil er gerne mal schneller laufen würde. Zumindest interpretiere ich das so, er wirkt dabei immer sehr zufrieden.

Zähne werden regelmäßig kontrolliert, mit Handfeile, nicht mit dem elektrischen Kram, davon bin ich nicht so begeistert :D Wolfazähne mussten gezogen werden, danach hab ich das Maul deutlich länger in Ruhe gelassen als ich vom Zahnarzt aus gemusst hätte, sonst ist da alles top :)

Bin aber auch begeistert von eurer Reaktion, in meinem (Dressur-)Stall würden die meisten so groß angelegte Ursachenforschung und vorsichtige Schonung des Pferdes für, vorsichtig gesagt, übertrieben halten. Auch wenn es wie ein Vorurteil klingt, bei zu vielen Leuten ist es so :(

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 12:52

Beitragvon Silver Blessings » Freitag 10. Februar 2017, 12:52

Wenn du mit Futterbecher diese gängigen 1,5 Liter Becher meinst und man von einem durchschnittlichen Hafergewicht von 500gr pro Liter ausgeht, fütterst du knapp 3,4 kg allein an Hafer! (Vielleicht sogar mehr, wenn der Hafer ein höheres Litergewicht hat!)
Korrekt dosierter Hafer an sich macht zwar nicht spinnig, aber mehrere Kilo Hafer können das durchaus. Da würde ich als erstes ansetzen, vielleicht ist er wegen der großen Menge Hafer hibbelig drauf, oder das viele Getreide belastet seinen Magen so, dass dieser zu sauer wird / Magenschleimhautentzündungen verursacht werden, die aufgrund der Schmerzen wieder zu Unruhe führen, etc.
Er bekommt ja zum Hafer auch noch Müsli.

Mein persönlicher Weg wäre, den Hafer teilweise (mindestens zur Hälfte) durch beispielsweise Luzernehäcksel oder Luzernecobs zu ersetzen. Ähnlicher Proteingehalt wie Hafer, aber schonender, da Raufaser.

Das wäre mein erster Ansatzpunkt.

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 17:46

Beitragvon sundance » Freitag 10. Februar 2017, 17:46

Ramses2003 hat geschrieben:...Sonst bekommt er dreimal täglich Heu....


hmmmmmmm................ und genau hier würde ich persönlich ansetzen :wink:

"Meistens" (nicht immer) ist es so, dass zu wenig Heu gefüttert wird. V.a. in Pensionsställen. Und wenn ich lese "...3 x täglich Heu..." klingeln bei mir die Glocken; ist leider so.

Sinnvoll wäre folgendes:

1. Pferd wiegen
2. Tagesmenge Heu wiegen
3. diese u.U. aufstocken; evtl. gegen Aufpreis, was allemal billiger ist als ein krankes Pferd (Stichwort: Magenschleimhautentzündung, Magengeschwüre)

:arrow Faustregel: mindestens 2 kg TM / 100 kg LG. 1 kg TM = ca. 1,2 - 1,3 kg Heu. Macht also bei einem 500 kg Pferd ca. 12-13 kg Heu in der Erhaltung (!) Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein gearbeitetes Pferd deutlich mehr Heu / 24 Stunden benötigt. Aber auch im Winter, wenn der Energiebedarf deutlich höher ist, weil es kalt und nass und gruselig ist, steigt der Bedarf schnell an.

Gutes Heu hat i.d.R. ausreichend Rohfaser!

Mais ...... ist sehr stärkereich und eigentlich kein geeignetes Pferdefutter, da es den Stoffwechsel sehr belastet.

Öl etc.pp. hmmmm............. wie gesagt: Heu ad lib zzgl. MiFu zzgl. Hafer müsste bei normalem Freizeitreiten "eigentlich" reichen, wenn das Pferd

a) gesund ist
b) die Zähne i.O. sind

Solltest Du jemals in's Training gehen, kannst Du die möglicher Weise zusätzlich erforderliche Energie gut und gerne z.B. über Öl in's Pferd bringen, falls Du das dann nicht mehr über Heu ad lib + Hafer hinbekommst.

Luzerne: ist oft sehr eiweisshaltig mit einem stark unausgewogenen CA:P-Verhältnis! Da wäre ich persönlich eher vorsichtig, bzw. anders gesagt: ICH füttere meinen Pferden ganz sicher keine Luzerne :wink: Wer sich gut dabei fühlt, Luzerne zu verfüttern, der sollte nicht mehr als "eine Hand voll" geben, aber ganz sicher nicht mehr i.S. von "kg-weise".

Wende Dich bzgl. Fütterungsfragen an Conny Röhm. Die ist ziemlich gut und hat sich als Pferdewissenschaftlerin auf Pferdefütterung spezialisiert.

Da das Pferd nicht grundsätzlich "hibbelig" ist, sondern nur in diesem Wald gehe ich schon von "erlerntem" Verhalten aus. Offensichtlich hat bei Euch beiden die von Dir beschriebene Situation etwas ausgelöst. Hier würde ich persönlich ansetzen. Üben, üben, üben, üben. Anfangs besser mit einem netten Reitpartner, der Dir und dem Pferd Ruhe und Sicherheit vermittelt - und .......... steig' ruhig ab, wenn's Dir unangenehm wird. Ist 1000 x besser, als zwanghaft sitzen zu bleiben und dem Pferd die eigene Unsicherheit zu vermitteln. Das ist eine ziemlich "dumme" Marotte, die einem da oftmals vermittelt wird :wink:

Ansonsten würde ich das Thema Distanzreiten wirklich erst einmal hinten anstellen.

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 21:33

Beitragvon Ramses2003 » Freitag 10. Februar 2017, 21:33

Dreimal täglich Heu ist leider schon die Variante, bei der ich zusätzlich zahle :D werde aber dennoch mal nachwiegen, und gegebenenfalls für mittags ein größeres Heunetz kaufen, da habe ich die Menge nämlich am Besten im Griff. Gewogen ist er, daher ist das kein Problem die richtige Menge rauszufinden.

Bevor er wirklich geländesicher ist und auch beim Ausreiten sich entspannen kann, ist ein Distanzritt wohl ohnehin wenig sinnvoll.
Daher denke ich, ich werde alles überprüfen was evtl diese Unruhe begünstigen könnte und dann erstmal viel Ausreiten und sehen was sich ergibt.

Vielen Dank für die ganzen Tipps und Hinweise, und auch für die ehrlichen Meinungen und Erfahrungen :)

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Re: Fragen über Fragen

Feb 2017 10 22:45

Beitragvon Silver Blessings » Freitag 10. Februar 2017, 22:45

Da hat sundance recht, die Heusache hatte ich überlesen, da hatte ich einfach im Kopf, dass er genug Heu kriegt.
Meiner frisst bei freiem Zugang bei 530 kg Gewicht ca. 20 kg Heu täglich. Am besten siehst du zu, dass dein Pferd pro Mahlzeit so viel Heu kriegt, dass bei der nächsten Fütterung noch ein Restschen übrig ist oder er zumindest erst kurz vorher alles verputzt hat.

Luzerne hat ein ungünstiges Ca : Ph Verhältnis, das stimmt, aber wenn man das bedenklich findet, sollte man dieses erst mal mittels der Grammzahl überprüfen:
(Berechnet auf absoluten Durchschnittswerten, ganz genau ist das natürlich nicht, aber doch ein akzeptabler Richtwert)

Bei ca. 1,5 bis 2 kg Luzerne (wenn Ramses die Hälfte der Haferration damit ersetzen würde), verfüttert man 20-30gr Calzium.
Phosphor wäre bei der Menge 4,5 - 6 gr.

1,5 kg Hafer enthalten 0,77gr Ca und 5,85gr Ph.

Zusammen also ca. 21-31 gr Ca und 10,5 bis 12 gr Ph.

Verhältnis Ca : Ph ist 2-2,5 : 1.

Ein empfehlenswertes Verhältnis. Solange das Verhältnis gegeben ist, werden trotz höherer gefütterter Ca-Mengen andere Mineralien nicht in der Aufnahme blockiert. Dann kommt der Körper auch mit höheren Ca-Mengen klar. (Wobei die hier sowieso nicht besorgniserregend wären; Risiken wie Nierensteine beziehen sich auf die Fütterung von Luzerneheu, also als Grundfutter in viel größeren Mengen, nicht als Ergänzungsfutter.)

Und der Proteingehalt ist bei Luzerne als Raufaserpflanze unschagbar. Meiner Meinung nach der aktuell von Ramses gefütterten hohen Menge an Hafer vorzuziehen beziehungsweise dieser teilweise damit zu ersetzen.
Wenn man Bedenken wegen des Eiweißgehalts hat: Weidegang im Sommer stellt Pferden ein Vielfaches der Menge an Eiweiß zur Verfügung!